Holzkraftwerk

Wärme, Dampf und Strom aus altem Holz

Info-Runde: Gemeindeammann Max Heller, Geschäftsführer Urs Elber, Projektleiter Anton Zurbriggen und Rewag-Chef Arthur Gröflin (von links) sind für erneuerbare Energie. ach

Info-Runde

Info-Runde: Gemeindeammann Max Heller, Geschäftsführer Urs Elber, Projektleiter Anton Zurbriggen und Rewag-Chef Arthur Gröflin (von links) sind für erneuerbare Energie. ach

Mit den Plänen der Axpo Holz und Energie AG sieht sich der Gemeinderat seit einigen Monaten konfrontiert: Das neue Holzkraftwerk mit 11 Megawatt thermischer Feuerungsleistung ist mit 30 Millionen Franken budgetiert.

Peter Rombach

Gemeindeammann Max Heller begrüsst grundsätzlich das Projekt, weil es sich in das von Kaiseraugst angestrebte Label «Energiestadt» einfügen würde. Am Dienstag befanden sich Axpo-Vertreter auf grosser Informationstour und erläuterten den Gewerbevereinen Rheinfelden und Violental sowie der Bevölkerung in getrennten Veranstaltungen ihr Vorhaben.

An einer Medienorientierung sprach Heller von einer «guten Sache», verlangte allerdings «umfassende Informationen über das Bauvorhaben». Nur das ordentliche Baugesuchsverfahren durchzuführen, reiche nicht aus. Den «ökologischen Aspekten» räume er durchaus Gewicht ein. Allerdings liege bis heute keine befriedigende Lösung bezüglich des 58 Meter hohen Kamins vor. «Für den Gemeinderat ist aber klar, dass das Holzkraftwerk sämtlichen Anliegen der Gemeinde Kaiseraugst Rechnung tragen muss. Wir werden das Projekt im positiven Sinne prüfen», versicherte Gemeindeammann Heller.

Das Ziel der Axpo, erneuerbare Energien zu fördern, beschrieb Urs Elber, Geschäftsführer der Division Holz und Energie. Auf dem Areal der Rewag im Kaiseraugster Gewerbegebiet Rinau wird unter anderem Alt- und Restholz, primär unbehandeltes Holz aus der regionalen Bauindustrie, aussortiert und zur weiteren Verarbeitung abtransportiert. Dieses Altholz soll in Zukunft vor Ort im Holzkraftwerk verfeuert werden.

Zusätzlich Stromproduktion

Die Anlage - für die Verbrennung von jährlich 20 000 Tonnen Altholz ausgelegt - könnte benachbarte Privathaushalte, Industrie und Gewerbe mit Wärme und Dampf versorgen. Zusätzlich würden jährlich rund neun Gigawattstunden (GWh) Strom produziert, was dem durchschnittlichen Verbrauch von über 2000 Haushalten entspreche.

«Holz als erneuerbare Ressource wird aufgrund der steigenden Preise für fossile Brennstoffe und deren langfristiger Verknappung immer bedeutender, sowohl ökologisch als auch ökonomisch», meinte Urs Elber. Die starke Auslandsabhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas lasse sich reduzieren, auf lange Sicht ergebe sich mit einem Holzkraftwerk eine «im Preis planbare Energieversorgung», so der Axpo-Mann.

Rewag liefert Altholz

Mit technischen Details beschäftigte sich Projektleiter Anton Zurbriggen. Die Rewag liefert allein jährlich 5000 Tonnen Altholz quasi über die Strasse, denn es ist vorgesehen, das Kraftwerk gegenüber der Rewag-Betriebshalle in den Hang hineinzubauen. Angepeilt wird ein täglicher Verbrauch von 50 Tonnen, die geplante Lagerkapazität für Holzschnitzel könnte für
18 Betriebstage ausreichen, angedacht sind 8000 Betriebsstunden jährlich.

«Mit 65 Prozent bekommen wir einen hohen energetischen Gesamtwirkungsgrad», sagte der Fachmann. Wirft das Genehmigungsverfahren keine Probleme auf, rechnet Geschäftsführer Elber damit, das neue Holzkraftwerk Ende 2011 ans Netz zu bringen.

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