Während 72h-Aktion verbinden Dominosteine Gemeinden

72h-Aktion: Dominosteine verbinden Gemeinden

72h-Aktion: Dominosteine verbinden Gemeinden

1800 menschengrosse Dominosteine säumten gestern die Strasse zwischen Unter- und Obersiggenthal. Im Rahmen des Freiwilligenprojektes «Aktion 72 Stunden» bauten und verkauften 120 junge Menschen Dominosteine für einen guten Zweck.

Sandra Ardizzone

Mit einem leichten Schubs löste Gemeinderat Norbert Stichert beim Gemeindehaus Untersiggenthal Punkt 15 Uhr die Kettenreaktion aus. Über Kirchdorf bis nach Nussbaumen fiel in den nächsten 20 Minuten Stein um Stein. Bei der reformierten Kirche Nussbaumen nahmen Gemeindeammann Max Läng und Ressortleiterin Jugend, Theres Schneider, die Welle entgegen. Die Dominokette war während der «Aktion 72 Stunden» von 120 Kindern und Jugendlichen hergestellt und organisiert worden und sollte unter anderem die Verbindung der Jugend in den beiden Dörfern aufzeigen.

Während der «Aktion 72 Stunden» haben in der ganzen Schweiz rund 30000 Jugendliche ein gemeinnütziges Projekt auf die Beine gestellt. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) will damit die freiwillige Jugendarbeit ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Im Siggenthal stand primär der soziale Nutzen der Aktion im Vordergrund: «Wir wollten den Kindern zeigen, dass man gemeinsam etwas Gutes auf die Beine stellen kann», erklärt Projektleiter Wimi Wittwer. Während 72 Stunden hatten die Siggenthaler Kinder unermüdlich an den Karton-Dominosteinen gewerkt und Sponsoren gesucht. Den grössten Teil des Erlöses werden sie für das Projekt «Limmatspitz» von Pro Natura spenden.

«Unmögliches Vorhaben»

Gespannt hatten die Kinder am Donnerstagabend ihren Projektauftrag entgegengenommen. Wie bei der «Aktion 72 Stunden» üblich, wussten die Teilnehmer zuvor nicht, welches Projekt sie während der nächsten Tage realisieren würden. «1800 Dominosteine muteten zu Beginn nach einem unmöglichen Vorhaben an», sagt Teilnehmerin Petra Koller. Doch schon am Samstagabend, nach gut 60 Stunden, waren die Steine fertig. Wimi Wittwer ist begeistert: «Das Engagement der Kinder und Jugendlichen ist überwältigend.»

Hilfe aus der Bevölkerung

Während der 72 Stunden mussten sich die Teilnehmer selber um Farbe, Essen und Geld kümmern. Dabei waren sie auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Um ihr Mittagessen zu organisieren, gingen einige Kinder von Tür zu Tür, um nach Spenden zu fragen. Andere wiederum verteilten im Markthof in Nussbaumen vorgefertigte Einkaufszettel, auf denen stand, was für das Essen noch gebraucht wurde.

Trotz der überwiegend positiven Rückmeldungen musste die Gruppe einen kleinen Rückschlag erleben: Sie musste die Route der Domino-Kette ändern, da die Kantonsstrasse nicht wie geplant gesperrt werden konnte. Auf einer Seitenstrasse durften die 1800 Dominosteine dann aber doch aufgestellt werden. «Wir trauern nicht um das Nein, im Gegenteil: Wir gehen mit voller Kraft an das, was wir dürfen», sagt Wimi Wittwer. Mit einem Dankeschön-Fest für die Bevölkerung endete das Siggenthaler Projekt gestern Abend.

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