Neuseeland

Vulkanausbruch überrascht Touristen auf «White Island» ++ offenbar zwei Dutzend Tote ++ Polizei: Es gibt wohl keine Überlebenden

Bei einem Vulkanausbruch in Neuseeland sind offenbar zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei waren am Montag etwa 50 Menschen auf der bei Touristen beliebten Vulkaninsel White Island vor der Nordküste gewesen. Bis zum Abend wurden fünf Tote geborgen.

Der Vulkan brach nach Angaben der Behörden gegen 14.11 Uhr Ortszeit (2.11 Uhr MEZ) aus. Auf Bildern einer Beobachtungskamera ist zu sehen, wie sich kurz zuvor noch eine grössere Gruppe von Wanderern in unmittelbarer Nähe des Kraters aufhält. Dann wird die Kamera schwarz.

Bei dem Vulkanausbruch sind offenbar zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei waren am Montag etwa 50 Menschen auf der bei Touristen beliebten Vulkaninsel White Island vor der Nordküste gewesen. Der Vulkan, der auch unter dem Namen Whakaari bekannt ist, schleuderte Steine und Asche 3,6 Kilometer hoch in die Luft. Bis zum Abend wurden 23 Menschen geborgen. Fünf von ihnen erlagen nach Polizeiangaben aber ihren schweren Verletzungen. Hoffnung auf weitere Überlebende besteht nach Angaben der Polizei aber nicht mehr. Auch einige der 18 Überlebenden erlitten schwere Verbrennungen.

Mehrere Tote bei Vulkanausbruch in Neuseeland

Am Montag brach der Vulkan "Whakaari" im Nordosten von Neuseeland aus.

Das Schicksal von rund zwei Dutzend weiteren Menschen, die unmittelbar vor dem Ausbruch teilweise noch im Vulkankrater gewesen sein sollen, war bis zum späten Abend unklar gewesen. In der Nacht teilte die Polizei dann aber mit, dass bei mehreren Aufklärungsflügen "kein Lebenszeichen" mehr auf der Insel entdeckt worden sei.

Die Polizei gehe daher "nicht davon aus, dass noch Überlebende auf der Insel sind". Sie bemüht sich nach eigenen Angaben aber mit Hochdruck darum, die genaue Zahl der Todesopfer herauszufinden.

Touristen auf dem Weg zum Krater. Das Bild wurde kurz vor Ausbruch des Vulkans aufgenommen.

Touristen auf dem Weg zum Krater. Das Bild wurde kurz vor Ausbruch des Vulkans aufgenommen.

Gefahr weiterer Ausbrüche

Die Rettungskräfte hatten die Suche bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen. "Die Insel ist instabil, es besteht die Gefahr weiterer Eruptionen", sagte Vize-Polizeichef John Tims. Darum sei es für Polizisten und Rettungskräfte vorerst zu gefährlich, die Insel zu betreten. Erst bei Tagesanbruch will das neuseeländische Militär weiter nach den Vermissten suchen.

Nach Angaben der neuseeländischen Regierungschefin Jacinda Ardern kamen die betroffenen Touristen sowohl aus Neuseeland als auch aus dem Ausland. Eine "erhebliche Zahl" von ihnen kam offenbar aus Australien, wie Behördenvertreter in Canberra sagten. Etwa 30 waren zudem Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Ovation of the Seas", die einen Tagesausflug zu der Vulkaninsel unternommen hatten.

Zu möglichen Schweizer Betroffenen gab es keine Informationen, wie das Aussendepartement (EDA) in Bern gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag mitteilte. Man stehe in Kontakt mit der Botschaft in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington und diese mit den Behörden vor Ort.

Grösster Teil des Vulkans unter WasserBei Neuseelands Ureinwohnern, den Maori, heisst der Vulkan Te Puia O Whakaari. Das bedeutet: "Der dramatische Vulkan". Die etwas 50 Kilometer vor der Küste der Nordinsel von Neuseeland liegende Vulkaninsel ist in Privatbesitz und ragt etwa 320 Meter in die Höhe. Der weitaus grösste Teil des Vulkans ist unter Wasser.

Mehrere Unternehmen bieten von der Küste aus Tagestouren mit dem Boot an. Pro Jahr wird die Insel von etwa 10'000 Ausflüglern besucht.

Der Vulkan auf White Island ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Den letzten Ausbruch gab es 2016. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde stufte den Vulkanausbruch am Montag als von mittlerer Stärke ein.

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