Eurocontrol in Brüssel registrierte seit Donnerstag 63'000 abgesagte Flüge. Am Sonntagabend wurden in einigen Ländern die Verbote regional vorübergehend etwas gelockert, so in Spanien, Deutschland, Frankreich, Norwegen und Schweden.

In Deutschland wurde sogar das Drehkreuz Frankfurt Richtung Norden zeitweise wieder geöffnet. Andere Länder dagegen schlossen ihre Flughäfen bereits bis Montag. Nur der Süden Europas und die Türkei blieben offen.

Europa will nun gemeinsam einen Weg aus dem Luftfahrt-Chaos. "Es wird eine europäische Entscheidung in dieser Sache geben", sagte Spaniens Staatssekretär für Europapolitik, Diego López Garrido, in Brüssel.

Wie Garrido weiter sagte, will sich die EU auf eine neue Methode einigen, mit der die Gefahr der Aschewolke beurteilt wird. Der Kompromiss sollte bei einem Treffen am Montag in Brüssel beratschlagt werden Die europäischen Verkehrsminister wollen ausserdem am Montag in einer Videokonferenz über die aktuelle Lage sowie mögliche Folgen beraten.

Der Vulkan Eyjafialla schleuderte am Sonntag Asche in eine Höhe von rund 8000 Metern. Diese wurde dann Richtung Skandinavien geweht. Wegen des Hochdruckeinflusses veränderte die Wolke ihre Position aber kaum. Erst für Dienstag wurde mit einer Wetteränderung gerechnet: Der Regen soll dann für ein "Grossreinemachen" am Himmel sorgen.

Die isländischen Behörden gingen davon aus, dass der Vulkan noch Wochen und Monate riesige Mengen Dampf und Asche in die Atmosphäre schiessen könnte. Am Sonntag nahm der Anteil der für Flugzeuge gefährlichen Gesteins- und Glaspartikel in der Wolke aber leicht ab.

Ob der Ausbruch die Erholung der Wirtschaft wieder abwürgen wird, war noch nicht absehbar. Schwer getroffen ist die Luftfahrt: Jeder Tag kostet die Branche laut Weltflugverband IATA etwa 200 Millionen Dollar.

Wegen der Sperrung strandeten am Wochenende Hunderttausende. Viele schlugen sich mit Zügen, Mietautos, Bussen oder Fähren durch.