Wie Recherchen des «Sonntags» zeigen, handelte es sich um den zuständigen sogenannten Waisenrat und einen Assistenten. Sie sprachen mit Scheragha über die Zukunft seiner zweitältesten Tochter, die in einem Heim in St. Gallen untergebracht ist. Auch Swera war bei dem Gespräch ein Thema. Sie war vier Wochen zuvor von zu Hause weggelaufen und lebte seitdem bei ihrem Freund.

Bei dem Gespräch am Montag zeigte sich Scheragha R. laut der Quelle des «Sonntags» «sehr kooperativ» und habe «Hand geboten für alle Lösungen». Der Pakistaner habe schon zuvor «eng mit den Behörden zusammengearbeitet». Die Behördenvertreter sahen «keinerlei Anzeichen für eine besondere Gefahrensituation» - eine fatale Fehleinschätzung.

Bisher nicht bekannt: Vor knapp drei Jahren war die Polizei schon einmal in der Wohnung in Zürich Höngg: Scheragha hatte um Hilfe gerufen, weil er dachte, seine Frau wolle sich mit Tabletten umbringen. Der Anwalt des Pakistaners zeigt sich gegenüber dem «Sonntag» «irritiert über die vorschnelle Meinungsbildung in den Medien». Er geht nach derzeitigem Wissensstand nicht von einem Ehrenmord, sondern von einem Mord im Affekt aus.