Tag des Denkmals

Vor dem Stein waren Brunnen aus Holz gemacht

«Am Wasser» lautete das Motto für den Tag des Denkmals 2009. Bremgarten widmete sich dem Thema mit Führungen durchs Museum Reusskraftwerk und Rundgängen. Stadtführer Heinz Koch sprach über die Wege des Wassers in der Stadt.

«Man geht so oft an den Dingen vorbei und ist sich ihrer Bedeutung gar nicht bewusst.» Mit dieser Äusserung dürfte eine ältere Dame so manchem anderen Teilnehmer aus dem Herzen gesprochen haben. Im freundlichen Spätsommerwetter spazierte die erste, zehnköpfige Gruppe Stadtführer Heinz Koch hinterher und lernte auf der Holzbrücke Johannes Nepomuk kennen. «Der Legende nach soll Johannes Nepomuk, der Priester im Bistum Prag war, mit König Wenzel in Streit geraten sein.

Er habe gegen den Willen des Herrschers das Beichtgeheimnis der Königin aufrechterhalten und wurde darum von der Karlsbrücke aus in der Moldau ertränkt. Er gilt als Schutzheiliger der Brücken und bewahrt vor Wassergefahren.» Wer ihn um etwas bitte, könne dies auch mit einer Spende unterstützen, erklärte Heinz Koch und zeigte auf die Kasse. «Aber seien Sie gewiss, er hat die Inflation nicht verschlafen, unter einem Fünfliber geht gar nichts.»

Am Brunnen beim Kornhaus hielt Heinz Koch zum ersten Mal länger. Bestehend aus Mägenwiler Muschelkalk, sei er, wie auch andere Brunnen, von ausserhalb gespeist worden. «Das Wasser dafür wurde in Holzröhren unterhalb der Brücken durchgeführt.» Was aus dem Hahn floss, wurde getrunken. Wasser aus dem Trog, so genanntes Gebrauchtwasser, verwendeten die Anwohner ebenso zum Waschen von Kleidern wie von Chabis, der als Sauerkraut weiterverarbeitet wurde. «Und nicht selten haben Angler die gefangenen Fische hier zwischengelagert, bevor sie auf die Teller kamen.»

Früher aus Holz

«Woraus haben Brunnen bestanden, bevor sie aus Stein gemacht wurden», fragte jemand. Sie waren aus Holz. Beim Stichwort Holz fiel Heinz Koch noch eine weitere Nutzung des Wassers in der Stadt ein: Löschwasser. «Dafür mussten die Brunnen gut zugänglich sein, denn von ihnen aus wurden Schlangen gebildet, durch die man die hölzernen Löscheimer von Hand zu Hand reichte.» Der Brunnen beim Schwarzschloss ist ein besonders schön gestaltetes Exemplar. Auf den Platten sind neben Stadtwappen und Baujahr auch eine Rose sowie ein Meerjungfrau zu sehen. Gebaut hatte man den Brunnen 1568. «Also in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ähnlich wie die meisten.» Manchmal muss darum etwas erneuert werden wie der Trog des Zeughausbrunnens, von wo aus der Stadtbach seinen Weg durch Bremgarten nahm. Und an der oberen Marktgasse steht ein moderner Brunnen.

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