Von Jungtieren und Höhenflügen

Am Pfingstwochenende pilgerte Jung und Alt in die Kleintieranlage Vogelau in Dietikon. Es gab reinrassigen Tauben-, Kaninchen- und Geflügelnachwuchs zu bewundern. Der Streichelzoo stand vor allem bei Kindern hoch im Kurs.

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JungtierschauDietikon_dsc.jpg

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Limmattaler Zeitung

Margret Stöcklin

Ein Ort der Begegnung für Züchter, Tierliebhaber und junge Familien: In der Dietiker Vogelau traf man sich zur 24. Jungtierschau des Kleintierzüchtervereins (KTZV) Dietikon und Umgebung. Bereits zur Tradition geworden ist der Besuch des Partnervereins Messkirch - eine Stadt, 30 Kilometer nördlich des Bodensees gelegen -, der eine Dreier-Abordnung geschickt hatte.

Auf die Frage, was deutsche und helvetische Kleintierzüchter unterscheide, antwortete Bernhard Fuchs, Vorsitzender des Vereins aus Messkirch, dass dies zweifelsohne das Image sei. Der Stellenwert der Freizeitbeschäftigung sei in Deutschland viel höher, werde sogar vom Land Baden- Württemberg anerkannt und mit Fördergeldern für potenzielle Jungzüchter unterstützt. Man habe erkannt: Dieses sinnvolle Hobby halte Junge von der Strasse fern und stärke ihr Verantwortungsbewusstsein. «Die Kleintierhaltung beschert Züchtern eine ganze Reihe nachhaltiger Erlebnisse und einen wahren Höhenflug der Gefühle. Man fliegt von selbst - ohne Drogen und Alkohol», schwärmt Fuchs.

Der Streichelzoo als Erlebnis

Seit zehn Jahren betreibt man auch in Dietikon gezielte Nachwuchsförderung, indem zwei Brutapparate, samt allen dazugehörigen Utensilien und befruchteten Eiern, an Kindergärten und Schulen abgegeben werden. Während der 21-tägigen Brutzeit von Kücken haben die Kinder die Möglichkeit, die Entwicklung neuen Lebens - mit einem Hellraumprojektor sichtbar gemacht -, hautnah mitzuerleben.

Manche Kinder sehen zum ersten Mal, wie sich ein kleines nasses Etwas durch die harte Eierschale mühsam in die Welt pickt und danach bald einmal als flauschiges «Bibi» herumhüpft. Das meist ausgebuchte Projekt «Brüten» laufe zwischen März und Mai und sei eine grosse Attraktion, erklärt KTZV-Präsidentin Gaby Peyer. «Nach rund zwei Wochen müssen sich die Kinder von den Kücken trennen. Danach nehmen wir sie in unsere Obhut», so Peyer.

Die Attraktion der Jungtierschau war der Streichelzoo; die Kinder konnten lebhaft flatterndes Federvieh einfangen und handzahm machen. Doch vor dem Liebkosen galt es, den inneren Angsthasen zu überwinden, denn die spitzen Schnäbel flössten manchem Dreikäsehoch Respekt ein.

Silberfarbene Rarität

Es gab in der Vogelau auch eine Rarität zu bewundern. In der Schweiz werden rund 90 Hühner-Grossrassen und zirka 60 Zwergformen gezüchtet, fast jede überdies in mehreren Farbschlägen. Als schweizweit einziger Züchter präsentierte Fabian Schenkel in Dietikon fünf Hähne der Rasse «Zwerg-Rheinländer, silberfarbig». In diesem Jahr kamen in seinem Bergdietiker Hühnerstall insgesamt 40 Jungtiere zur Welt. Die Hennen brächten rund ein Kilo Lebendgewicht auf die Waage, während die Hähne nur gerade 100 Gramm schwerer seien, erzählt der KTZV-Vizepräsident, der schon als Jugendlicher exklusive Zuchterfolge verbuchen konnte.

Übrigens wurden sämtliche Tiere von ihren Besitzern abends nach Hause genommen. Grund: Man hat keinen Hütehund, der herumschleichenden Füchsen den gedeckten Tisch vermasseln könnte.

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