Von Gesundessern und Würsten

Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

Merken
Drucken
Teilen
gesundes Mittagessen

gesundes Mittagessen

Keystone

Jörg Meier

Es geht nicht anders. Die neue Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigt es unmissverständlich: Wer kompromisslos gesund essen will, muss das professionell tun. Braucht also eine mindestens dreijährige Ausbildung zum Gesundesser, zur Gesundesserin. Denn die Anforderungen sind derart hoch, dass, wer sich dafür entscheidet, gar nichts anderes mehr daneben tun kann.

Wer die Ausbildung erfolgreich absolviert hat, wird vom BAG als diplomierter Gesundesser angestellt und auf Primarlehrerstufe entlöhnt, muss sich allerdings verpflichten, absolut professionell gesund zu essen, und er oder sie darf auch keiner anderen bezahlten Tätigkeit mehr nachgehen.

Doch, doch, das lohnt sich durchaus auch für den Staat und die Krankenkassen. Denn Gesundesser werden ja kaum mehr krank und führen so zu gewaltigen Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen.

Die Studie des BAG zeigt, wie kompliziert und zeitaufwändig Gesundessen ist: Verlangt sind fünf Portionen Früchte und Gemüse pro Tag, dazu mindestens drei Portionen Milchprodukte. Speziell berücksichtigt werden müssen aber auch die richtigen
Eiweissquellen oder etwa der stimmige Rhythmus von Tofu, Quorn und Fisch. Ausgewogenheit ist ein komplexes Thema oder auch die Balance von Ballaststoffen und
Vitaminen. Und so weiter. Fazit: Gesundessen sollte man besser den Profis überlassen.

Und noch etwas zeigt die Studie: Wer ungebildet ist, gar dumm, isst besonders gern Würste. Das wiederum ist hart für den Kolumnisten. Denn er mag Wurst vom Grill. Mit klammen Fingern am Fussballmatch. Oder Bräteln am Spiess über dem Feuer. Oder so ein richtiges Waldfest um Mitternacht. Dumm, wie er ist, beschliesst er:
Die Studie ist ihm wurst.
joerg.meier@azag.ch