Aarwangen
Von den Aldi-Kunden profitieren

Nicht nur Aldi will im Industriequartier Hard in Aarwangen einen Laden bauen. Auch Coop plant eine Einkaufsmöglichkeit. Herbert Schüpbach von der Gustoil realisiert das Bauprojekt.

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Coop

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az Langenthaler Tagblatt

Irmgard Bayard

Wer im Süden von Aarwangen wohnt, kann künftig in mindestens zwei Läden einkaufen: Im Industriequartier Hard soll neben der Aldi-Filiale neu auch ein Tankstellenshop entstehen. Als Bauherr tritt Herbert Schüpbach mit seiner Firma Gustoil auf. Er hat die heutige Migroltankstelle und das Gebäude des Autohauses Hard von Peter Rindlisbacher gekauft und das Land im Baurecht erworben. Allerdings nicht für sich selber, sondern für die Coop Mineralöl AG.

«Die Zusammenarbeit mit Coop besteht bereits seit fünf Jahren», sagt Schüpbach. «Coop sagt mir, in welchem Gebiet er gerne eine Tankstelle mit Shop hätte, und ich suche dann einen geeigneten Standort», umschreibt er dieses Mandat. Er sei es auch, der den Shop plane, umsetze und ihn schliesslich pfannenfertig langfristig an Coop verpachte.

Als Ergänzung gedacht

Der Standort des geplanten Pronto-Shops ist nur einige Meter vom neuen Aldi entfernt. Das sei nicht Glück, sondern «wie ein Lottogewinn», sagt Schüpbach. «Nicht Aldi», korrigiert er seine Aussage, «aber die Kunden, die dieser mit sich bringt.» Obwohl die neue Tankstelle mit acht Säulen möglichst viele Automobilisten anziehen soll - gemäss Schüpbach all diejenigen, «die bei Aldi den Wocheneinkauf tätigen» -, soll der Pronto-Shop vor allem die Aarwanger anlocken. «Wir sehen uns als Quartierladen», sagt Schüpbach. «Bei uns kann man vom Frischgemüse über den Milchdrink bis hin zum Klebstreifen alles kaufen.» Gerade für ältere Leute sei dies wichtig. Jürg R. Kretzer, Mediensprecher der Coop Mineralöl AG und der Pronto Shops, sieht den Laden ebenfalls als Ergänzung zu Aldi: «Coop Pronto sind Convenience Shops mit langen Öffnungszeiten und einem ausgedehnten Frischangebot für unterwegs. Dadurch unterscheiden sie sich von einem Discounter.»

Die Ladengrösse beträgt 120 Quadratmeter, die Investitionen liegen in der Grössenordnung von 2,5 Millionen Franken. Mit dem Bau werden 600 Stellenprozente geschaffen. Die Öffnungszeiten sind gleich wie bei den anderen von Schüpbach konzipierten Shops, von 5 bis 23 Uhr.

Weitere Läden möglich

Schüpbach hätte es begrüsst, wenn der heutige Mieter des Autohauses Hard, Ernst Grogg, sein Geschäft weitergeführt hätte. Dieser allerdings winkt ab und will sich dazu nicht äussern. «Wir planen einen Neubau, voraussichtlich in Langenthal» sagt er auf Anfrage lediglich (wir berichteten). Schüpbach könnte sich vorstellen, an dieser Stelle weitere Detaillisten anzusiedeln, «etwa eine Drogerie oder einen Blumenladen», nennt er Beispiele, «oder warum nicht einen Schuhladen?» «Wir schätzen zusätzliche Synergien», sagt Kretzer zu diesem Thema. «Unser Augenmerk konzentrieren wir aber auf den Coop Pronto mit Tankstelle.»

Ein genaues Datum für die Eröffnung kann er noch nicht nennen. «Es kommt einerseits auf die Einsprachen an, andererseits aber auch darauf, wie die Zufahrt zum neuen Aldi gestaltet wird.» Aus diesem Grund habe er die Tankstelle in verschiedenen Varianten geplant, so dass eine Anbindung an die Strasse jederzeit und ohne grosse Verzögerung möglich sein werden. «Unser Ziel ist es, im April oder Mai zu eröffnen», so Schüpbach.

Herbert Schüpbach hat im Kanton Bern bereits 23 Tankstellen mit Shops konzipiert, in der Region am bekanntesten ist diejenige in Lotzwil. Im September hat er ein Baugesuch für eine Tankstelle mit Shop an der Bernstrasse in Herzogenbuchsee gestellt. Ein Vertrag mit der Coop Mineralöl AG besteht noch nicht. Zu den Gründen sagt Kretzer: «Projekte evaluieren wir nach unseren Kriterien sehr genau. Für das Projekt Herzogenbuchsee sind wir in laufenden Verhandlungen.» Falls sich Coop gegen das Projekt entscheidet, so führt Schüpbach diesen Tankstellen-Shop mit seiner Gustoil in eigener Regie.

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