Vom Reichtum unter den Sternen Oetwils

Künstler Jakob Alt über die Wichtigkeit von Heimat in einer globalisierten Welt

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Limmattaler Zeitung

Der Oetwiler Jakob Alt wäre nicht der Biobauer, Schriftsteller und Künstler, der er ist, hätte er sich für die 1.-August-Rede «i de Fähri» nicht etwas Besonderes einfallen lassen: Er hielt gleich drei, trotz allen Ernstes heitere Reden in einer, inklusive einer einleitenden Geschichte und würzte sie mit eigenen Gedichten.

In Rede 1 führte Alt die Notwendigkeit einer kindergerechten Umgebung vor Augen. Natürlich sei Oetwil nicht nur ein Hort der Eintracht gewesen, war es doch im Bewusstsein seiner Einwohner in Ober- und Unterdorf getrennt. Aber die ländliche Gemeinde habe den Kindern eine naturnahe Umgebung geboten, in der sie ihre Abenteuerlust befriedigen konnten. Eine solche, verbunden mit Eltern, die ihre Kinder die Neugier ausleben liessen, sei mehr Wert als jedes teure pädagogische Konzept.
In Rede 2 rief Alt zu einem schonenden Umgang mit den Ressourcen auf und dazu, sich der Natur wieder bewusst zu werden und sie über die Sinne wahrzunehmen.

Schliesslich war Rede 3 ein Bekenntnis zur örtlichen Gemeinschaft und der Wichtigkeit des Heimatgefühls für deren Gedeihen. Und, so dichtete Alt: Heimat sei nicht den Alteingesessenen vorbehalten. Neuzuzüger würden sie ebenso schnell in Oetwil finden, wenn sie sich darauf einliessen.

Jakob Alt schloss philosophisch: «Nur wem die Augen für den Reichtum unter unseren Sternen wieder aufgeht, der kann sich vielleicht auch in der Karibik wieder darauf freuen, heimzukehren.» (jk)