Vom Regen überrascht oder wenn sogar das Taxi stehen bleibt!

Bei starkem Regen müssen viele Strassen gesperrt werden (Bild: Nicole Annette Müller)

Geschlossene Strasse

Bei starkem Regen müssen viele Strassen gesperrt werden (Bild: Nicole Annette Müller)

Endlich ist sie da, die Regenzeit in Namibia. Zwar hatten wir bereits im September ein paar heftige Gewitter, doch die waren kein Vergleich zu den jetzigen Wolkenbrüchen. Es schüttet fast täglich ein paar Stunden „wie aus Kübeln“, was den Windhoeker Alltag ganz schön beeinträchtigt.

Nicole Annette Müller

Pech hat, wer im Büro oder Zuhause plötzlich bedrohlich grosse Wasserflecken an der Decke entdeckt... Meist ist es für den Dachdecker dann bereits zu spät. Noch prekärer ist der Regen für die Siedler in den informellen Blechhütten am Stadtrand; dort geraten die ganzen Hänge ins Rutschen.

Im Verkehr ist ebenfalls Vorsicht geboten. Meine Scheibenwischer taugen nicht wirklich viel und die abgefahrenen Reifen machen jede Autofahrt zu einer Rutschpartie. Immerhin bin ich mir aus der Schweiz Niederschläge gewohnt und passe meinen Fahrstil dem Wetter an.

Die Taxifahrer hingegen, die oft noch schlechteres Fahrwerk haben als ich, geben genau gleich Gas, egal ob Regen oder nicht. Doch das ausserordentlich schwere Gewitter vom letzten Montag bedeutete auch für sie kein Durchkommen mehr.

Revier und Strassen waren innerhalb Minuten überschwemmt und die Polizei kam kaum noch nach mit der Sperrung der Strassen. Just an dem Tag hatte ich bei mir um die Ecke einen Zahnarzt-Termin. Wie aber sollte ich die Senke zwischen Zentrum und Klein Windhoek nur durchqueren?

Nach x Umwegen (immerhin kenne ich die Stadt nun auch bei Regen) kam ich mit über einer dreiviertel Stunde Verspätung in der Praxis an. Doch dies fiel der Praxisassistentin irgendwie gar nicht mehr auf - sie war froh, dass ich es überhaupt bis zur Arztpraxis geschafft hatte!

Ihre ganze Agenda war wegen des Regens drunter und drüber geraten - Patienten steckten mit ihren Autos oder eben im Taxi irgendwo in der Stadt fest. Hinzu kam, dass die Telefonleitung in der Praxis tot war - wohl wieder einmal vom Blitz getroffen, wie sie mir sagte.

Einigermassen unruhig machte ich mich nach dem Termin auf den Heimweg. Hatte ich alles Fenster geschlossen, und hatte ich die wichtigen Geräte vom Strom abgehängt? Die Tatsache, dass der Security-Guard das Tor von unserer Überbauung manuell öffnen musste, liess meinen Plus nur noch mehr in die Höhe schnellen.

Doch die Sorge war umsonst. Alle Fenster waren dicht und Strom hatte ich auch im ganzen Haus. Für einmal Glück gehabt, dachte ich mir, doch das nächste Gewitter kommt bestimmt...

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