Vom «Chosli»-Bereich bis zur Bolderwand

Nun ist es klar, wie Mühledorfs alter Turnplatz in der Cholgrueben umgestaltet werden soll. Der Plan der IG MühliDorfTräff liegt zurzeit im Schulhaus auf.

Anne-Regula Keller

Triste sieht er heute aus, der Platz im Mühlital unterhalb des Schulhauses und des Feuerwehrmagazins. Wie ein verlassener Schulhausplatz halt. Wohl hat es eine Rutschbahn, ein Seilgitter-Klettergerät (Drehturm), einen Sandhaufen mit Holzeinfassung, ein Holzhüttchen für die sehr Kleinen oder einen Tischtennistisch für die Grossen - sowie ein paar Überbleibsel aus Turnplatzzeiten am Rande des asphaltierten Hartplatzes. Das Brett mit dem Basketballkorb lehnt allerdings an die Wand des Feuerwehrmagazins. Eine einzige kurze Sitzbank für die erwachsenen Begleitpersonen ist knapp; ein Begegnungsort ist der alte Turnplatz jedenfalls kaum.

Die Bevölkerung ist interessiert

Im Januar 2008 hat sich darum ein Verein formiert (wir berichteten), die IG MühliDorfTräff. Unter dem Präsidium von Rahel Moser trug der Vorstand dieses Trägervereins nicht nur Ideen für die Möblierung des Areals zusammen, damit dieses zum Treffpunkt für Gross und Klein auch über die Gemeindegrenzen hinaus werde. Er sorgte auch mit verschiedenen Veranstaltungen bereits für vielseitige Begegnungsgelegenheiten (siehe Text unten).

«Um herauszufinden, was sich die Bevölkerung auch der umliegenden Gemeinden unter einem Begegnungsort vorstellt und was sie sich auf diesem platziert wünscht, haben wir an alle Haushalte von Aetigkofen, Mühledorf und Tscheppach einen Umfragebogen verteilt», erzählt Rahel Moser. Ihr Mann Bernhard ergänzt: «Wir waren überrascht vom grossen Rücklauf der Fragebogen und vom Interesse für einen Begegnungs- und Spielplatz.»

Arena mit Brunnen zum Sitzen

Der Vorstand überlegte sich dann, welchen Planer er beiziehen wolle und einigte sich sehr schnell auf Alex Oberholzer, Solothurn, mit seiner reichen Erfahrung im Gestalten naturnaher öffentlicher Plätze. Im Oktober fand die erste Besprechung des Vorstands mit ihm auf dem Turnplatz statt. «Wir brachten unsere Wünsche ein und steckten mit Alex Oberholzer mögliche Umgestaltungen ab», erinnert sich die dreifache Mutter. «So entstand ein vielseitiger Plan mit Schwerpunkten wie Stein-Arena mit St.-Margarethenbrunnen, Wasserspielanlage, Balancierparcours und Bikestrecke.»

Inzwischen ist auch die Feinplanung so weit fortgeschritten, dass das Projekt zurzeit öffentlich aufliegt. Gleich beim Platzeingang im Südwesten ist geplant, eine Steinarena einzubauen: Ein 50 cm abgesenkter Kiesplatz wird mit mit Sitzsteinen und Bänken aus Holzbalken eingefasst. Ein Brunnen wird mit dem gemäss Dorfgeschichte heilenden Wasser der Margaretenquelle gespiesen.

Biken zwischen Kunsthügeln

Der Bereich südlich des Asphaltplatzes soll ebenfalls mit Wasser beginnen. Zusammen mit Sand können sich hier kleine Baumeister beim Dreckeln austoben. Im angrenzenden Kiesbereich lädt eine Baumstammkonstruktion zum Klettern und Balancieren ein. Die östliche Hälfte bekommt eine erhöhte Strauchinsel, ein Strauchhaus, in das sich Kinder verstecken oder zum Rollenspiel zurückziehen können. Ein zwei Meter hoher Hügel bietet Aussicht. «Zwischen diesen gestalteten Landschaftselementen winden sich die Pisten eines Bikeparcours, der sich in den südlich angrenzenden Wald fortsetzt», erklärt Bernhard Moser. «Als sportliche Herausforderung der Grösseren wird am Ostrand des Asphaltplatzes eine Rollsportanlage installiert.» Auf dem übrigen Platz werden Spielfelder markiert, für Ballspiele, aber auch für Schach und - nomen et omen - Mühle.

Auf der Nordseite des Platzes wird eine Korbschaukel installiert. Zusammen mit der bestehenden Rutschbahn im Gelände sollen dort auch der Drehturm, der Sandkasten und der Tischtennistisch weiterhin ihren Platz finden. Auf dem östlich angrenzenden Fussballfeld unterhalb des Friedhofs soll mit neuen Toren noch besser gespielt werden können.

Sponsoring-Aktionen geplant

In einer späteren Phase wird an der Wand der Zivilschutzanlage eine Bolderwand zum Klettern herausfordern - mit einem ungefährlichen unteren Bereich für die Kleinen und einem abgesicherten, nicht immer zugänglichen Bereich für die Grossen. Auch der Schattenbaum muss wohl noch wachsen, bis er vor der Sonne schützt. Damit der alte Turnplatz schon ab Spätherbst Gross und Klein aus der näheren Region zu Spiel und Begegnung anlocken kann, wird die IG MühliDorfTräff mit Sponsoring-Aktionen die nötigen Mittel beschaffen.

Über der Druckwasserleitung

«Der Gemeinderat steht hinter der Initiative des Vereins für den Platz auf dem Gemeindeland», sagt Gemeindepräsidentin Verena Meyer. «Allerdings wird nach neusten Erkenntnissen im Bereich Wasserfassung und Druckwasserleitung eine Projektanpassung nötig.» Meyer ist aber zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde.

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