Vogt erstrahlt in neuem Gewand

Warum Kirsch das beste Impfmittel gegen Schweinegrippe ist und das Sanieren einer Strasse ausgeklügelte Überlebensmassnahmen erfordert.

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Aargauer Zeitung

Eva Wanner

Kaum ist der Gottesdienst anlässlich des Martinifests zu Ende, füllt sich das zum «Marktplatz» umgewandelte Areal vor dem Schulhaus Hinterbächli in Oberrohrdorf. Kinder verkaufen dort selbst gemachte Sachen wie Ballontiere oder bieten Spiele an. Man kann sich mit Würsten, Hot Dogs und anderem Essbarem verköstigen. Der Erlös der Stände wird wie in den letzten Jahren auch diesmal dem «Haus Morgenstern» gespendet. «Das Martinifest läuft immer im traditionellen Rahmen», sagte Regula Blunschi, Organisatorin des heutigen Festes.

Ganz traditionell tritt auch der Vogt zur Zehntenabgabe auf, zum ersten Mal im neuen Gewand. Er schreitet, gefolgt von seinen Untertanen, in die Turnhalle So überlebt man den Heimweg Vor der Zehntenabgabe erzählt der Vogt von seinen «Überlebenspaketen». Eines davon ist aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Rüslerstrasse entstanden. Ein Freund habe sein Zuhause an dieser Strasse wegen der Absperrungen nicht mehr gefunden und sei so obdachlos geworden. Da habe er, der Vogt persönlich, beschlossen, eine «Survival-Tasche-Rüslerstrasse» zusammenzustellen. Eine Landkarte, ein Feldstecher, «Astronauten-Decken zum Biwakieren», Proviant, eine Taschenlampe und mehr überlebenswichtige Dinge befänden sich in dieser Tasche. So ausgerüstet müsste jeder, der an der Strasse wohne oder sie benütze, den Weg finden, oder beim Versuch ihn zu finden, zumindest nicht verhungern oder verloren gehen.

Das zweite Paket des Vogts war das «Roter-Löwe-Wellness-Kit». Kopfhörer wegen der lauten Musik in der Bar und ein «Ich bin nicht im Turnverein»-Schild, das man sich um den Hals hängt - man werde dann schneller bedient -, sind Teil des Pakets.

Auch eine «Schweinegrippe-Survival-Tasche» hat der Zehnteneintreiber im Gepäck. Nebst Handschuhen und einer Maske ist ein wichtiger Teil des Kits eine Spritze. Der Vogt verwendet allerdings Kirsch statt des üblichen Impfstoffs, denn «bei Kirsch weiss man wenigstens, was drin ist», meint er. Gespritzt wird das Ganze auch nicht, sondern als «gute Laune Impfung» an die Leute verteilt.

Die gute Laune hätte dem Vogt bei der Zehntenabgabe verlieren können. Unter anderem bekam er von seinen Untertanen Stöckelschuhe und Lippenstift für die Gattin, einen gefälschten 2000-Franken-Schein und ein Brot mit einer Maus drin.

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