"In den letzten Tagen haben wir nur tote Tiere gesehen, wir haben leider nur eine Mindestzahl von Vögel retten können", sagte sie weiter.

"Es war ein Glück, dass das Öl in dieser Jahreszeit in den Fluss gelangt ist. Wäre dieses Desaster in einem Monat passiert, wären noch viel mehr Tiere gestorben. Im Frühling erwachen viele Tiere nach dem Winterschlaf", sagte die WWF-Sprecherin.

Freiwillige Helfer sammeln die ölverschmierten Vögel entlang der Ufer ein. Der französische Vogelschutzverband LPO stellte mobile Einheiten zur Verfügung, um die Tiere zu behandeln. Der italienische Vögelschutzverband LIPU will als Zivilkläger gegen die Verantwortlichen der Ölpest vorgehen.

Der Ölteppich am Po ist zwar nicht wie befürchtet in die Adria gelangt, doch die langfristigen Folgen der Katastrophe sind noch schwer abschätzbar, betonten Umweltexperten. Rund 600'000 Liter Öl sind in der vergangenen Woche in den Po-Zufluss Lambro geflossen.

Die wichtigste italienische Umweltschutzorganisation Legambiente sprach von einem "beispiellosen ökologischen Desaster", welches das Ökosystem noch lange Zeit belasten werde. Das Lambro-Becken galt bereits zuvor als eine der am meisten verschmutzten Gegenden Italiens.

Nach Polizeiangaben steht zweifelsfrei fest, dass das Öl absichtlich durch das Öffnen von Ventilen in den Lambro geleitet wurde. Italienische Medien vermuten Bauspekulationen hinter der Tat. So seien Grossbauprojekte in der Nähe der seit Jahren stillgelegten Raffinerie geplant.