Jugendzentrum

Villa Kunterbunt bereits kein Thema mehr

Per Flugblatt legen Jugendliche der Autonomen Freiraum Bewegung ein Konzept für ein Jugendzentrum an der Auffahrt zur Solothurner Westumfahrung vor. Vergeblich, denn das Gebäude soll demnächst verkauft werden.

Christof Ramser


Auf vier Seiten brausen Autos und Lastwagen um die Villa Schürch herum. Die Liegenschaft auf Biberister Boden wirkt wie eine Insel zwischen den grauen Bändern der Bürenstrasse, der Autobahnauffahrt und der Brücke der Solothurner Westumfahrung. In diesem Haus, fern von direkten Anwohnern, will die Autonome Freiraum Bewegung (AFB) Konzerte organisieren, eine Bibliothek und Bastelräume einrichten oder einfach nur quatschen. «Villa Kunterbunt» heisst das Konzept für ein Autonomes Jugendzentrum (AJZ), das Jugendliche seit längerem fordern (die Solothurner Zeitung berichtete). Auf einem Flugblatt erklären sie nun, warum gerade die Villa Schürch geeignet sei: Das Gebäude werde seit Jahren nicht genutzt, was schade sei für so ein «grandioses Haus». Dank der neuen Nutzung erhielten Haus und Umgebung wieder Farbe und Ansehen, und der Unterhalt werde gewährleistet. «Selbstverständlich ist ferner der Jugendschutz und das Rauchergesetz zu beachten», heisst es weiter.


Gebäude steht unter Heimatschutz


Doch bevor es an die Feinplanung geht, ist die «Villa Kunterbunt» bereits wieder vom Tisch. Die Liegenschaft gehört dem Kanton und soll demnächst verkauft werden, wie Guido Keune auf Anfrage bestätigt. Man sei mit einem Käufer handelseinig, so der kantonale Leiter Immobilien. Im stark renovationsbedürftigen Gebäude war während des Baus der Autobahn A5 das Planungsbüro untergebracht. Das Haus steht in der Landwirtschaftszone und soll für Wohnungen genutzt werden. Interessant: Das Gebäude steht unter Heimatschutz und soll unter Denkmalschutz gestellt werden, wie Keune weiter sagt. Bereits um 1720 stand dort ein Gebäude, und laut seinen Angaben wurde immer wieder an- und umgebaut. Besonders ein blauer Kachelofen, das Cheminée sowie die Treppenhalle seien schützenswert.
Die AFB hat das Haus noch nicht aufgegeben. «Wir bleiben dran», sagt eine Sprecherin. «Die Villa Schürch wäre aus verschiedenen Gründen der ideale Standort für ein AJZ.» Falls es doch nichts wird mit der «Villa Kunterbunt», habe man zumindest ein Konzept, das auf andere Liegenschaften angepasst werden könne. «Doch langsam wird die Auswahl an geeigneten Liegenschaften knapp.» Eine Besetzung werde es aber nicht geben. «Das wäre kontraproduktiv.»
Eva Gauch, Betriebsleiterin im Alten Spital, hilft bei der Suche. Auch für sie ist die Villa Schürch keine Option. Mehr ist von ihr zurzeit nicht zu erfahren - denn um das weitere Vorgehen zu diskutieren, ist ein Gespräch zwischen Stadtpräsident Kurt Fluri, Jugendkommission und Jugendförderung, der AFB sowie weiteren Beteiligten anberaumt. Der Zeitpunkt ist noch offen.

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