Michael Hugentobler

«Ich war positiv überrascht, als ich die ersten Sitzbänke sah», sagt Nik Walther, Präsident der Jugendkulturkommission Staffelbach. «Ich dachte, es würden weniger ausgefallene Ideen präsentiert.» Die Rede ist von den 14 neuen Bänken, die seit Anfang August in Staffelbach anzutreffen sind. Jede Bank wurde eigenhändig gebaut. Von Familien oder Vereinen.

Das Resultat lässt sich sehen: Es gibt eine Bank in Form eines Formel-1-Autos, ein geschweisstes Objekt aus Metall sowie die Bank des örtlichen Chors, die mit Musiknoten bedruckt ist. Das «Bluemebänkli» an einem abgelegenen Waldrand besteht aus zwei nebeneinandergestellten Stühlen, und das eine Stuhlbein steckt in einem Blumentopf.

Schönheit vor der eigenen Haustür

«Mir fiel mal auf, dass es hier im Dorf sehr wenig Bänkli gibt», sagt Nik Walther. Der gelernte Bildhauer wollte mithilfe der Jugend- und Kulturkommission seine Mitbürger zu Kreativität anspornen und auf die Schönheit Staffelbachs aufmerksam machen. «Einige Leute kennen die Seychellen besser als das eigene Dorf», sagt Walther, «dabei ist es zu Hause so schön.»

Die 14 Wettbewerbsteilnehmer wählten auch den Standort für ihr Bänkli selber aus. «So habe ich einige Winkel des Dorfes kennengelernt, von denen ich zuvor nichts wusste», sagt Walther und hofft, dass dieser Umstand ortsansässige und auswärtige Besucher dazu ermuntert, die Gemeinde zu erkunden. Die Standorte befinden sich inmitten von Feldern, am Waldrand oder im Dorfzentrum. Ein Kleinod ist sicherlich die Bank des Chors Staffelbach: Sie liegt auf einem Hügel und lässt den Blick frei über das Dorf und über Aarau hinaus bis zur Wasserfluh.

Ende April schrieb Nik Walther den Wettbewerb aus. Einzige Bedingung zur Teilnahme war, dass das Endprodukt Platz für mindestens 2 Leute bietet. «Holz, Metall, Stein, Wolle – den Staffelbachern waren in puncto Kreativität keine Grenzen gesetzt», sagt Walther. Drei Monate werden die Sitzbänke stehen bleiben. Im Herbst findet dann die Preisverleihung statt, bei der von einer dorfexternen Jury der Sieger des Wettbewerbs erkoren wird.