Peter Rombach

In einem immer härter umkämpften Markt wollen Gesundheitszentrum Fricktal, Reha Rheinfelden, Klinik Schützen sowie das Kurzentrum mit Privatklinik Salina und Physio-In künftig Synergien nutzen und den Standort schweizweit stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Das ehrgeizige Ziel skizzierte Albi Wuhrmann (Klinik Schützen), der gestern Vormittag eine Medienorientierung im Rathauskeller moderierte. «Der Name Rheinfelden muss mit Gesundheit in Verbindung gebracht werden.»

Die Unternehmen von «Rheinfelden medical» bieten über 460 Betten und behandelten 2008 rund 10000 Patienten und Patientinnen stationär und knapp 30000 ambulant; der Grossteil ist allgemein versichert und stammt aus dem Kanton Aargau. Der neue Viererklub erreichte gemeinsam knapp 200000 Pflegetage und verzeichnete einen Umsatz von total 187 Millionen Franken. «Wir sind ein Wirtschaftsfaktor» und bedeutender Auftraggeber für einheimische Unternehmen, betonte Wuhrmann und erwähnte jährliche Investitionen zwischen 20 und 25 Millionen Franken in jüngster Vergangenheit.

Der neue Verbund, so war zu erfahren, bietet über 1500 Menschen eine Arbeitsstelle. Das entspricht rund 25 Prozent aller Beschäftigten in der Stadt. «Prognosen deuten darauf hin, dass sich die Wichtigkeit der Gesundheitsbetriebe als Arbeitgeber in den nächsten Jahren noch verstärken wird.» Dies auch angesichts einer neuen Klinik für Kieferchirurgie, welche sich laut Thomas Kirchhofer, CEO Kurzentrum Holding AG, im ehemaligen Grandhôtel des Salines niederlassen wird.

«Attraktive Arbeitsplätze»

Die Unternehmensvertreter gaben sich selbstbewusst: «Wir bieten attraktive Arbeitsplätze.» Vor diesem Hintergrund seien alle daran interessiert, Rheinfelden attraktiv fortzuentwickeln und als Wohnort beliebt zu machen. «Rheinfelden wird zum Kompetenzzentrum für Medizin», so das gemeinsame Streben nach Auftritten unter einer «Dachmarke».

Erste Marketingaktivitäten sind bereits angedacht: Vorzugsangebote für Mitarbeitende, Aktionstag, Netzwerk-Fachtagung. An der für 2011 geplanten Rheinfelder Gesundheitsmesse möchte der Viererklub natürlich Präsenz zeigen; Gleiches gilt für einen Auftritt am 4. Nationalen Spitaltag.

Die Unternehmensvertreter zeigten kein Konkurrenzdenken und versicherten: «In den medizinischen Leistungen sind wir sehr gut abgegrenzt.» Sie räumten allerdings offen ein, bei der Suche nach Synergiefeldern noch am Anfang zu stehen. Einige Kooperationsmöglichkeiten sind schon mal für Bereiche wie Buchhaltung, Aus- und Weiterbildung oder im Falle von Engpässen ein Personalpool für den pflegerischen Sektor angedacht. Unisono wurde erklärt «Rheinfelden medical» stelle keinesfalls eine Vorstufe zur einer Fusion dar. «Wir bleiben natürlich selbstständige Unternehmen und wollen auch keine Betriebsgesellschaft gründen.»

Einen Wunsch äusserte Matthias Mühlheim, Administrativer Direktor der Reha Rheinfelden: «Im Stadtmarketing sollte das Gesundheitswesen einen breiteren Platz einnehmen.» Albi Wuhrmann bestätigte, mit der Stadt in einem «guten Dialog» zu stehen.