Der Schützenkönig ist auserkoren
Vier Wochen und 3,5 Millionen Patronen: Schützenfest ist vorbei

Das Eigenössische Schützenfest in Aarau mit 43 000 Teilnehmern ist nach vier Wochen vorbei: OK-Präsident Ernst Hasler zieht Bilanz und verrät, weshalb Ueli Maurer doch noch am Schützenfest auftauchte.

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Schützenfest Schützenkönig Jürg Ebneter
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Eidgenössisches Schützenfest in Aarau

Schützenfest Schützenkönig Jürg Ebneter

Maja Sommerhalder

Peng, peng, peng tönte es vier Wochen lang auf dem Gelände des Eidgenössischen Schützenfestes in Aarau. Seit gestern ist Schluss damit. Die Schützen brechen ihre grossen Zelte ab. Auch für den Präsidenten des

Die Könige

In der Kategorie Sportgewehr 300 Meter wurde Jürg Ebnöther aus Gibswil-Ried ZH Schützenkönig (898 Punkte). Der 22-jährige Schütze aus dem Zürcher Oberland gewann vor Marcel Ochsner (Winterthur ZH, 894 Punkte) und vor Frédy Hager (Trogon VS, 866 Punkte). Den Schützenkönig-Final über 300 Meter Kategorie Ordonnanz gewann Pascal Chambettaz aus St. Ursen FR mit 865 Punkten. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Eduard Fischer (Willadingen BE, 795 Punkte) und Daniel Weissmüller (Meiringen BE, 790 Punkte).

Ernst Hasler: Das kann man so sagen. Unsere Erwartungen sind erfüllt worden. Wir hatten grosses Wetterglück und sind unfallfrei durchgekommen. Ausgegangen sind wir von 43 000 Schützinnen und Schützen, gekommen sind rund 43 000. Diese haben aber mehr Schüsse gelöst als erwartet. Erfreulich ist auch, dass mehr junge Leute und Frauen geschossen haben. Sie haben sehr gute Resultate erzielt.

Schiessen liegt also im Trend?

Hasler: Auf jeden Fall. Dies liegt sicher an den modernen Gewehren, die stets weiterentwickelt werden. Dazu bei trägt zudem, dass die Kombinationssportart Biathlon in der Schweiz immer beliebter wird. Gerade bei den jungen Schützen sehe ich, dass Schiessen ein richtiger Hochleistungssport geworden ist.

Sie selbst sind ja auch kein schlechter Schütze.

Hasler: (lacht und zeigt sein goldenes Medaillon) Ich schiesse nur gelegentlich. Am Schützenfest hatte ich aber grosses Glück und fünf Kränze geschossen. Damit ich überhaupt antreten konnte, bin ich extra in den Schiessverein Strengelbach eingetreten.
Abgesehen von Ihrer Treffsicherheit: Was waren Ihre persönlichen Höhenpunkte in den vergangenen vier Wochen?
Hasler: Am meisten gefreut haben mich die vielen Komplimente von den zufriedenen Schützinnen und Schützen. Toll waren auch die spannenden Begegnungen, das Eröffnungskonzert, der Tag der Jugend, der Festumzug oder der Auslandschweizerwettkampf . . .

Also nur eitel Sonnenschein am Schützenfest?

Hasler: Gerade am Anfang gab es viel Regen und das Festgelände sah aus wie ein Reisfeld. Da mussten wir schnell reagieren. Zudem haben wir nicht mit der Wirtschaftskrise gerechnet. Vor einem Jahr war es unglaublich schwierig, genügend Sponsoren zu finden. Wir befürchteten, dass wir unsere Ausgaben niemals decken können. Glücklicherweise hat sich das nicht bewahrheitet. So wie es aussieht, sind unsere Finanzen im Lot.

Vielen Schützen ist auch die polarisierende Festrede von Regierungsrätin und Militärdirektorin Susanne Hochuli in den falschen Hals gekommen.

Hasler: Dazu will ich mich als ehemaliger Regierungsrat nicht äussern.

Verraten Sie dafür, warum Ueli Maurer doch noch ans Fest kam? Es hiess zuerst, dass er keine Zeit habe.

Hasler: Als der Verteidigungsminister auf der Bundesratsreise in Aarau war, haben wir mit ihm persönlich geredet und konnten ihn überzeugen. Er gab uns dann sofort seine Zusage.

Das nächste Schützenfest wird in fünf Jahren im Oberwallis stattfinden. Haben Sie Tipps für die Organisatoren?

Hasler: Es gibt vieles zu beachten. Das Wichtigste ist aber ein guter Schiessplatz.

Was machen Sie eigentlich nach dem Schützenfest?

Hasler: Auf die faule Haut legen werde ich mich sicher nicht. Erst mal gibt es zu Hause viel zu tun.

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