Schlieren

Vier Tage Dirndl und Lederhosen

Gemütlichkeit: Bislang war das Oktoberfest in Schlieren in den Herbstmarkt integriert (Bild aus dem Jahr 2008). (Bild: bus)

Oktoberfest Schlieren

Gemütlichkeit: Bislang war das Oktoberfest in Schlieren in den Herbstmarkt integriert (Bild aus dem Jahr 2008). (Bild: bus)

Auf dem Chilbiplatz in Schlieren organisieren Diego Suter und seine Kollegen ein Oktoberfest mit Ausstrahlung über das Limmattal hinaus.

Sidonia Küpfer

Mit «Klotzen statt Kleckern» könnte man die Dimensionen bezeichnen, in denen das «1. Limmattaler Oktoberfest» über die Bühne gehen soll. Der Dietiker Diego Suter und seine Kollegen vom Verein «The Voice Event Society» wollen im September in Schlieren ein Oktoberfest mit 600 Sitzplätzen auf die Beine stellen.

«Wir haben das Fest nicht neu erfunden, aber wir wollen fürs Limmattal etwas schaffen, das es so noch nicht gab», erklärt Suter die Motivation der Organisatoren. Der 40-Jährige ist beim Organisationskomitee zuständig für das Sekretariat, den Ablauf und die Reservationen.

Bezeichnung nicht ganz korrekt

Dass die Bezeichnung «1. Limmattaler Oktoberfest» im Grunde nicht korrekt ist, ist Suter bewusst: Auf dem Dietiker Kirchplatz fand im letzten Herbst bereits zum siebten Mal ein Oktoberfest statt - Suter war dort selbst schon als Gast - und auch in Schlieren ging im Rahmen des Herbstmarktes 2008 ein Oktoberfest über die Bühne.

Seine Party solle authentischer werden, erklärt er, und auch die Dimensionen seien unterschiedlich: «Wir haben das gesamte Limmattal im Fokus und wollen auch Personen im Aargau und in Zürich herlocken. Zudem versuchen wir, möglichst viele Stadt- und Gemeindepräsidenten an unseren Tisch zu bekommen», beschreibt er den Anspruch des Festes.

Suter geht es aber nicht darum, die bestehenden Oktoberfeste zu konkurrenzieren: «Wir haben darauf geachtet, dass wir unser Fest zeitlich verschoben zum Dietiker Anlass und zur Party auf dem Bauschänzli in Zürich durchführen», erklärt er.

Das Limmattaler Oktoberfest wird in einem grossen Festzelt über die Bühne gehen. Wie im Bauschänzli wird man auch in Schlieren ganze Tische und Logen reservieren können, wobei die Reservationskosten als Konsumationsvoucher gelten. Ein Eintritt im eigentlichen Sinn wird es somit nicht geben. An der Abendkasse können auch einzelne Plätze gekauft werden. Mit den Logen wolle der Verein vor allem Firmen ansprechen. Die ersten Buchungen seien bereits eingegangen, berichtet Suter.

Bayrische Kellnerinnen?

«Es darf einfach nicht billig wirken und es soll dem Münchner Vorbild möglichst nahe kommen», sagt Suter zum geplanten Fest. Er denkt dabei nicht nur an das typisch bayrische Essen mit Weisswürsten, Brezel und Haxen, sondern auch an die Tischdecken, die Trachten, verschiedene musikalische Darbietungen und sogar an die Kellnerinnen: «Wir versuchen für den Anlass bayrisches Servicepersonal anzuwerben», erzählt Suter. Dabei sei er auf die Schwierigkeit gestossen, dass das Limmattaler Oktoberfest zeitgleich mit dem Original stattfinde und dass viele «Resis» dort engagiert seien.

Die Idee zum Oktoberfest entstand bei der Einweihung des Kirchplatzes in Schlieren: Damals als Mitglied des KTV genoss Suter die drei Partytage: «Für mich war klar: Das Limmattal verträgt wieder ein solches Fest.» Und mit dem Oktoberfest spreche man eine grosse Bandbreite von Generationen an, sagt Suter.

Die Macher organisieren eine Party im grossen Stil - spüren sie demnach die Finanzkrise überhaupt nicht? Suter weist darauf hin, dass die Planung vor eineinhalb Jahren begonnen hätten, als die Krise noch keine war. Dennoch glaubt er an den Erfolg seines Projektes: «Gerade in Krisenzeiten wollen die Menschen auch einmal abschalten und ihre Probleme für einige Stunden vergessen.» Und dabei sei das Oktoberfest durchaus eine Möglichkeit.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1