Irena Jurinak

Weil Kinderspitäler überlastet sind, weichen Eltern auf Hausärzte aus. Auch am Kantonsspital Aarau ist der Kinderarztmangel spürbar.

Spüren Sie am Kinderspital etwas vom Engpass bei den Kinderärzten?

Andrea Capone: Ja, wir haben viele Anfragen nach Empfehlungen von Kinderärzten, die noch Kapazitäten haben. Ausserdem kommen Eltern in Notfallsituationen eher auf dem Notfall vorbei. Der Kinderarztmangel ist schon lange ein Thema.

Wie gehen Sie mit der Situation um?

Capone: Selbstverständlich behandeln wir alle Notfälle. Ansonsten verweisen wir die Eltern an die Hausärzte und bemühen uns in Einzelfällen bei spezifischen Problemen wie starke Frühgeburtlichkeit oder bei chronischen Krankheiten um eine gute Lösung für das betroffene Kind. Wir haben am Kinderspital keine allgemein-kinderärztliche Sprechstunde, sondern behandeln nur Kinder auf Zuweisung hin oder in eben Notfallsituationen.

Wann kann man mit seinem Kind bedenkenlos auch zum Hausarzt gehen?

Capone: Ein Kind, das gesund ist und keine chronische Krankheit hat, kann bedenkenlos von einem mit Kindern erfahrenen Familienarzt behandelt werren.

Wann empfehlen Sie den Kinderarzt?

Capone: Bei Kindern mit chronischen Krankheiten und Entwicklungsproblemen empfehle ich eher, den Kinderarzt zu konsultieren. Kinderärzte sind spezialisiert auf Fragen, die die Entwicklung und spezifische Probleme von Kindern betreffen. Grundsätzlich ist es aber sicher wünschenswert, wenn möglichst viele Kinder von Kinderärzten behandelt werden könnten.