Viel Freude mit den «Badefreuden»

Viele gute und wenige schlechte Nachrichten zum umgebauten Hallen- und Freibad Fondli in Dietikon: deutlich mehr Besucher, geringerer Aufwand beim Öl, weniger Frischwasser, aber auch höherer Stromverbrauch und Probleme mit der Solaranlage.

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Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

«Es hat sich gelohnt», so die Botschaft von Dietikons Hochbauvorsteherin Gertrud Disler zur Umgestaltung und Sanierung des Schwimmbads Fondli. Für die Untermauerung dieser Aussage legte Projektleiterin Ingeborg Stengl bei der gestrigen Medienpräsentation umfangreiches Zahlenmaterial vor: So betrug beispielsweise die Besucherzahl in Frei- und Hallenbad im Jahr 2005, dem letzten Jahr mit Vollbetrieb vor dem Umbau, 26 600 Personen. Im Jahr 2009 konnten von Januar bis Oktober bereits 52 500 Eintritte verbucht werden.

Kosten tiefer als erwartet

Das Vorliegen der Bauabrechnungen zum Hallenbad Fondli war der Auslöser für die Presseorientierung durch die Stadt Dietikon. Der Modernisierung mit dem Projektnamen Badefreuden hatte das Volk im Mai 2005 zugestimmt und dafür einen Kredit von 10,44 Millionen Franken gesprochen; weiter wurden Anpassungen an den Zusatzräumen beim Hallenbad, die extern vermietet werden, sowie am Freibadrestaurant vorgenommen. Zusatzkredite für die Decke von 350 000 Franken und für diverse Arbeiten von 320 000 Franken wurden in der Folge vom Stadtrat gesprochen. Die Abrechnung schliesst teuerungsbereinigt um 12 000 Franken tiefer als mit den Krediten ausgewiesen. Mit Kosten von rund 446 000 Franken schliesst auch die Abrechnung über die Zusatzräume um rund 48 000 Franken tiefer, und auch die Arbeiten für das Freibad-Restaurant konnten mit Kosten von 788 000 Franken um rund 72 000 Franken günstiger abgeschlossen werden. In den nächsten fünf Jahren steht nun auch die Techniksanierung des Freibads an - Kostenpunkt: gegen 6 Millionen Franken. (mke)

Halbierung beim Ölverbrauch

«Pro Tag kommen 280 bis 300 Personen, 100 mehr als vor dem Umbau. Wir stossen zeitweise an die Kapazitätsgrenzen», meinte Betriebsmeister Oskar Schildknecht. Die Einnahmen konnten dabei von 270 000 Franken im Jahr 2005 auf schätzungsweise 400 000 Franken im laufenden Jahr gesteigert werden. Zur Bewältigung des Ansturms muss unter anderem der Stellenplan zur Betreuung von Kasse und Cafeteria um 50 Stellenprozente erhöht werden. Und bereits in der Sommersaison 2009 wurde ein zusätzlicher Bademeister angestellt; damit sind im Winter jeweils fünf, im Sommer sieben Bademeister, inklusive Betriebsleiter Schildknecht, im Einsatz.

Nicht nur bezüglich Besucherzahlen hatte Stengl jedoch Erfreuliches zu berichten: Trotz grösserem Gebäudevolumen konnte der Ölverbrauch vom früheren Mittel von jährlich 160 000 Litern um rund die Hälfte reduziert werden - dank besserer Isolierung. Und auch die Frischwassermenge wurde um die Hälfte auf 11 200 Kubikmeter pro Jahr gesenkt, was eine Ersparnis von gegen 20 000 Franken mit sich bringt.

Solaranlage mit halber Leistung

Erhöht hat sich hingegen der Stromverbrauch, der aufgrund des Ausbaus der Umwälzleistungen in den Becken und die Vergrösserung des Lüftungsvolumens von rund 500 000 Kilowattstunden im Jahr auf rund 750 000 Kilowattstunden anstieg. Derzeit laufen laut Stengl Abklärungen, um den Stromverbrauch zu reduzieren.

In diesem Zusammenhang macht den Verantwortlichen die Leistung der Solaranlage auf dem Hallenbaddach Sorgen. Statt der erwarteten 100 000 Kilowattstunden jährlich lieferte die Anlage bislang lediglich 60 000 bzw. 40 000 Kilowattstunden. Schwachstellen, so Stengl, würden gesucht, die Abhängigkeiten der verschiedenen Anlagen - das Bad verfügt unter anderem auch über eine Wärmerückgewinnung - überprüft.