Jörg Baumann

Die Organisatoren der internationalen Ausstellung über die Strohindustrie seien in Zeitnot geraten, teilt der Projektmanager Robi Müller in Luzern mit. Die Ausstellung findet nun vom 8. Mai bis 6. Juni 2010 in der Bleichi in Wohlen und vom 25. September bis zum 24. Oktober 2010 in der Kirche S. Carlo dei Bamabiti in Florenz statt.

Wohler Firmen in Florenz
Wohler Strohfabrikanten unterhielten in der Blütezeit der Strohindustrie Filialen in aller Welt, auch in Florenz. Schon seit 1835 importierten Wohler Firmen aus der Toskana. Etwas später setzte die Einfuhr toskanischer Geflechte ein. Schliesslich kaufte man fertige Hüte in Florenz ein. Die importierten Produkte wurden nur zum Teil veredelt. Meist waren sie für den Weiterverkauf ohne zusätzliche Arbeitsinvestition bestimmt.

Schon um 1817 lebte der Unternehmersohn Caspar Leonz Meyer aus Wohlen für längere Zeit in Neapel. Nach 1830 folgten Filialen als Einkaufs-, Verkaufs- und schliesslich Produktionszentren. Die erste bedeutende Niederlassung gründete die Wohler Firma Jacob Isler & Co. 1844 in Florenz, hob sie aber schon 1848 wieder auf. Am längsten, von 1850 bis 1959, betrieb die Firma M. Bruggisser & Co. ihre ausländische Vertretung in Florenz. Zwischen 1820 und 1970 gab es in Florenz 30 Hutfirmen, die von Schweizern gegründet worden waren.

Namhafte Unterstützung
Namhafte Stiftungen erteilten ihre Zusage, sich finanziell an der Ausstellung in Wohlen und Florenz zu beteiligen, unter ihnen die Dambach-Stiftung und die Koch-Berner-Stiftung in Villmergen, die Ernst-Göhner-Stiftung in Zug, die Pro Helvetia, das Kurszentrum Ballenberg und die Schweizerische Stiftung für Strohverarbeitung.
Auch die Gemeinde Wohlen und die Schweizerische Kommission für immaterielles Kulturerbe unter dem Unesco-Patronat wollen als Partner an der Ausstellung mitwirken, zumal die Gesamtschau zum ersten Mal über die Grenzen der Schweiz hinausgeht und auch die Bedeutung der für Wohlen wichtigen Strohindustriestadt Florenz beleuchtet.