Verwüstetes Grab restauriert

Das Grabmal der Familie Luchsinger-Caballero auf dem Zürcher Friedhof Sihlfeld wurde 1997 von Vandalen verwüstet. Die Stadt Zürich hat es aufwändig wiederherstellen lassen.

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Verwüstetes Grab restauriert

Verwüstetes Grab restauriert

Limmattaler Zeitung

1997 haben Vandalen das ehemalige Grabmal der Familie Luchsinger-Caballero aus dem Jahr 1896 verwüstet. Unbekannte hatten den neben einem Sarkophagen knienden Engel geköpft und ihm einen Flügel abgeschlagen. Beide Teile waren nicht mehr auffindbar.

Auch ein Arm der Engelsfigur und der Sarkophag waren beschädigt. Im Sommer 2009 beschloss die Stadt Zürich, das historisch bedeutungsvolle Grabmal in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege restaurieren zu lassen.

Die Wiederherstellung der Engelsfigur durch den Wetziker Bildhauer Daniele Trebucchi bezeichnet die Stadt als Meisterleistung, auch weil vom Original nur eine alte Fotografie übrig war. Trebucchi musste sich weitgehend auf die eigene künstlerische Intuition verlassen.

Über die Familie Luchsinger-Caballero ist wenig bekannt. Fridolin Luchsinger, für dessen Bestattung das Grab 1896 eröffnet wurde, war ein in Zürich wohnhafter Maschineningenieur, seine Frau stammte vermutlich aus Spanien.

Die Grabanlage ist weit über Zürich hinaus einzigartig: Im ausgehenden 19. und beginnenden 20.Jahrhundert orientierte sich die europäische Grabmalkunst vorwiegend an der Antike. Damit die 40Quadratmeter grosse Grabstätte nicht zum Museumsstück wird, sondern «lebendig» bleibt, kann sie heute für rund 1600Franken pro Jahr gemietet werden. Zürich pflegt auf dem Friedhof Sihlfeld über 350 denkmalgeschützte Gräber. (jk)

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