«Happy Day»
Verstehen Sie Spass? So ist Röbi Koller in der Livesendung veräppelt worden

Grosse Aufregung am Samstagabend im Schweizer Fernsehen. Röbi Koller will in der Sendung «Happy Day» mal wieder zwei Familienmitglieder zusammenführen. Vor ihm auf der Couch sitzt Francesca, die ihren Vater wiedersehen will. Dieser soll übrigens Robert heissen.

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Plötzlich taucht dieser Mann auf:

Screenshot SRF

Er behauptet, Francescas Vater zu sein und aus Südafrika zu kommen. Doch etwas läuft schief: «Das isch nöd de gliich, wie ufem Fotti, oder?», fragt Koller.

Der Eindringling, der sich Robert nennt, ist sich sicher, dass er vom SRF eingeladen worden sei. Doch Röbi Koller wird das Ganze zu bunt, denn auch Francesca scheint den Mann nicht zu kennen. Er bittet die Security, den Mann hinauszubegleiten.

Doch der Mann will sich nicht fortbringen lassen, schliesslich sei er hierhergekommen, um seine Tochter wiederzusehen. Doch dann kommt via Funk die vermeintliche Erlösung für Röbi Koller: Der tatsächliche Vater sei jetzt unterwegs, heisst es.

Und so betritt Robert Nummer 2 (also eigentlich Nummer 3, aber dazu später ...) die Bühne und stellt sich Francesca ebenfalls als Vater vor. Röbi Koller: «Das ist wirklich dein Vater. Das ist kein Witz jetzt.»

Screenshot SRF

Doch die Tumulte nehmen kein Ende. Auf einmal erhebt sich Francescas Mutter aus dem Publikum und mischt sich in die Diskussion ein. Ein sichtlich verwirrter Röbi Koller bittet die Dame ebenfalls auf das Sofa.

Sie wolle jetzt endlich alles aufklären, so der neueste Gast in der mittlerweile sechsköpfigen Runde. Und dann folgt der Knaller, der die Desorientierung des Moderators perfekt macht: «Dein Vater», so die Mutter zu Röbi Koller schauend, «er sitzt neben mir». Röbi, Robert ... jetzt macht alles Sinn!

Francesca springt auf und fällt Röbi Koller in die Arme. Dieser weiss gar nicht mehr, wie ihm geschieht: «Hallo, was isch das für es Theater? That's not true!»

Alle waren eingeweiht

Man muss sich bereits Sorgen um den SRF-Mann machen, da springt Robert Nummer 1 auf und löst die ganze Sache auf. Der mysteriöse Gast aus Südafrika ist nämlich gar nicht aus Südafrika, sondern aus Deutschland. Zuvor hat er sich in die Maske geschmissen und dabei sein Aussehen verändert. Der Mann heisst Guido Cantz und moderiert in Deutschland die Sendung «Verstehen Sie Spass?». Sein Auftritt bei Röbi Kollers «Happy Day» ist eine Spezialsendung.

Endlich wird dem SRF-Moderator alles klar, alle Personen auf dem Sofa waren eingeweiht.

Gelungener Spass oder rassistischer Scherz?

Am Schluss kann Röbi Koller sogar etwas lachen, ihm muss wohl ein Stein vom Herzen gefallen sein.

«In einer Live-Sendung ist sowas der Supergau», sagt Röbi Koller danach im Interview mit «Glanz & Gloria». «Es war kein tolles Gefühl im Moment. Ich dachte in dieser Situation nur: ‹Ich muss retten, was zu retten ist›.»

Über den Streich kann er wirklich lachen: «Ein gelungener Spass, der mit viel Aufwand inszeniert wurde. Ich merkte lange Zeit nichts – das ist eine Leistung.»

So gelungen finden die Sache allerdings nicht alle. Vor allem, dass Guido Cantz schwarz geschminkt aufgetreten ist, stösst einigen sauer auf. «Blackfacing» nennt man dies in den USA, dort ist es mittlerweile verpönt.

«Blick» zitiert etwa Georg Kreis, Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus: «Die sogenannte Pointe lebt offenbar davon, dass es eine böse Überraschung sein soll, wenn man ­einen schwarzen Vater hat.» Für ihn sei dies «tendenziell rassistisch». (cma/nch)

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