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Verständnis für Betroffene fördern

Eröffnungsakt:  Regierungsrat Peter Gomm spricht vor 100 Gästen. (Bild: Hanspeter Bärtschi)

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Eröffnungsakt: Regierungsrat Peter Gomm spricht vor 100 Gästen. (Bild: Hanspeter Bärtschi)

Pro Infirmis, Solodaris, der Kanton und die Psychiatrischen Dienste haben die Aktionstage organisiert. Gestern fiel der Startschuss.

Elisabeth Seifert

Obwohl psychische Erkrankungen vermehrt thematisiert werden, bestehen immer noch zahlreiche Vorurteile: 40 Prozent der Bevölkerung etwa glaubt, dass es bei einer Depression hilft, sich zusammenzureissen. 30 Prozent würden Menschen mit einer psychischen Störung das Stimmrecht aberkennen. So die Zahlen einer aktullen Studie. «Gerade vor den Hintergrund dieser Stigmatisierung ist es uns ein Anliegen, das Verständnis für Menschen mit einer psychischen Behinderung innerhalb der Gesellschaft zu fördern», sagte Daniel Wermelinger von der Solodaris Stiftung. Gemeinsam mit Vertretern weiterer Organisationen erörterte er gestern an einer Medienkonferenz die Ziele der erstmals stattfindenden kantonalen Aktionstage Psychische Gesundheit. Im Anschluss an die Orientierung wurden die Aktionstage im Festsaal der Psychiatrischen Klinik in Solothurn im Beisein von rund 100 geladenen Gästen offiziell eröffnet.

Lobby-Arbeit leisten

Vorbild der Solothurner Aktionstage ist ein ganzer Aktionsmonat Psychische Gesundheit, der vor einem Jahr im Kanton Zug stattgefunden hat. «Zu Beginn dieses Jahres setzten sich einige Vertreter aus dem institutionellen Umfeld der Psychiatrie zusammen, um im Kanton Solothurn ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen», hielt Hanspeter Stauffer, Geschäftsleiter von Pro Infirmis, fest. Schon bald wurde eine Projektgruppe gegründet, in der neben der Solodaris Stiftung und Pro Infirmis auch das kantonale Gesundheitsamt sowie die Psychiatrischen Dienste der Solothurner Spitäler AG vertreten sind.

Das Resultat: Vom 29. Oktober bis zum 7. November finden 10 Veranstaltungen statt, darunter Fachreferate, Podiumsdiskussionen, Workshops, Selbsthilfeangebote und Arbeitgeberanlässe. Begleitet werden die Aktionstage durch kulturelle Anlässe wie Konzerte, Bilderausstellungen, Kino- und Theatervorführungen. «Die Aktionstage sind für uns ein Projekt, in welchem wir wichtige Lobby-Arbeit für die Betroffenen leisten und und die Aufmerksamkeit gezielt auf deren Anliegen richten können», unterstrich Hanspeter Stauffer. Im Beratungsalltag von Pro Infirmis werde immer wieder deutlich, wie schwer es den Betroffenen fällt, eine psychische Erkrankung zu akzeptieren. Für Daniel Wermelinger bieten die Aktionstage die Möglickeit, sich mit anderen Partnern in diesem Bereich zu vernetzen. Und die Vernetzungsarbeit zeitigt bereits erste Früchte: So will das kantonale Gesundheitsamt, wie Manuela Meneghini ausführte, seinen Präventionsauftrag künftig auch auf die psychische Gesundheit ausdehnen.

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