Lauterbrunnen
Vermisster Speedflyer: Harrys Angehörige geben die Suche auf

Spenden, Drohnen und Facebook nützten nichts. Von Extremsportler Harrison Fast fehlt jede Spur. Die Angehörigen haben die Suche nach dem 28-jährigen US-Amerikaner eingestellt.

Daniel Fuchs
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Der Vermisste: Harrison Fast. Facebook

Der Vermisste: Harrison Fast. Facebook

Es war die grösste Suchaktion von privater Seite, welche die Lauterbrunner jemals gesehen haben. Nun ist sie zu Ende. Von Harrison Fast, der am Karsamstag im Berner Oberland beim Speedflying vom 3500 Meter hohen Jungfraujoch runter ins Lauterbrunnental verschwand, fehlte auch nach zehn Tagen jede Spur. Wie die Angehörigen des 28-jährigen Amerikaners auf Facebook schreiben, stoppen sie ihre Suche nun.

Die Hoffnung, Harry noch lebend zu finden, ist längst gewichen. Wahrscheinlicher ist, dass der Extremsportler beim Freeride-Skifahren mit Gleitschirm unterhalb des Jungfraugipfels in der Nähe eines Gletscherabbruchs abgestürzt ist.

Rettungskräfte suchten aus der Luft und vom Boden nach ihm. Von einem schwachen Handysignal abgesehen, fanden sie allerdings nichts. Schlechtes Wetter verhinderte in der Folge immer wieder Einsätze. Und so unterbrach die verantwortliche Kantonspolizei Bern am Ostermontag die Suche.

Freunde suchen mit Drohnen das Jungfraugebiet ab.
6 Bilder
Impressionen von der grossen Suche nach dem vermissten Extremsportler Harrison Fast
Impressionen von der grossen Suche nach dem vermissten Extremsportler Harrison Fast
Impressionen von der grossen Suche nach dem vermissten Extremsportler Harrison Fast
Impressionen von der grossen Suche nach dem vermissten Extremsportler Harrison Fast
Impressionen von der grossen Suche nach dem vermissten Extremsportler Harrison Fast

Freunde suchen mit Drohnen das Jungfraugebiet ab.

HO

Die Angehörigen von Harry starteten daraufhin eine beispiellose Geldsammelaktion, um Suchflüge und weitere Rettungseinsätze privat zu finanzieren. Gleichzeitig reisten Harrys Mutter und Cousine aus den USA in die Schweiz und trommelten Freiwillige zusammen, um auf eigene Faust nach Harry zu suchen.

Vor einer Woche starteten sie ihre Suche mit videoausgerüsteten Drohnen. Wie Harrys Cousine Cassie Carothers der «Nordwestschweiz» sagt, waren seither insgesamt 17 Drohnen im Einsatz. Weltweit boten mehr als 100 Menschen ihre Hilfe an, und in Lauterbrunnen waren 18 an der Suche beteiligt.

Zwei der Drohnen stürzten bei Suchflügen im unübersichtlichen Gelände ab und gingen verloren. Insgesamt sammelte die Crew über ein Terabyte Bild- und Videomaterial, das nun von einer 3-D-Videofirma nach Spuren zum Verbleib Harrys untersucht wird.

In der Zwischenzeit sind Harrys Angehörige in die USA zurückgekehrt. Cousine Cassie denkt positiv: «Auch wenn wir ihn nicht fanden – es ist wunderbar, dass wir eine Gruppe von Fremden dazu brachten, mit uns zu suchen. Harry hätte sich sehr über die Drohnen gefreut.»

Einen Teil der Drohnen wollen die Angehörigen nun der Schweizer Polizei für weitere Suchzwecke spenden. Die Kantonspolizei Bern hat das Dossier nicht abgeschlossen. Solange Harry nicht gefunden ist, gilt er als vermisst. Die aktive Suche nimmt die Polizei aber erst wieder auf, wenn es neue Hinweise gibt.

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