Verkehrshaus
Verkehrshaus hebt Besucher mit neuer Ausstellung in die Lüfte

Das Verkehrshaus Luzern eröffnete am Mittwoch die neu gestaltete Halle Luft- und Raumfahrt sowie eine Sonderausstellung zur Geschichte der Luftfahrt. Ein Simulator lädt Gross und Klein zum Steuern eines Rega-Helikopters ein.

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Fast hebt man selber ab
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Sonderausstellung Luzern - 100 Jahre Luftfahrt
Sonderausstellung Luzern - 100 Jahre Luftfahrt
Sonderausstellung Luzern - 100 Jahre Luftfahrt
Sonderausstellung Luzern - 100 Jahre Luftfahrt
Daniel Aebi mit seinen Kindern Lisa (7) und Vivien (10) aus Basel.

Fast hebt man selber ab

Andrea Marthaler

Vor 100 Jahren häuften sich in der Schweiz die historisch bedeutsamen Ereignisse in der Luftfahrt. 1910 gelang der erste Flug mit einem motorbetriebenen Flugzeug, der erste Flug mit einem Eindecker sowie die erste Alpenüberquerung. Für das Verkehrshaus ist dies ein Grund, mit einer Sonderausstellung auf die schweizer Luftfahrtgeschichte zurückzublicken.

Auf dem Platz zwischen den Themenhallen des Verkehrshauses Luzern stehen deshalb in einem offenen Hangar drei Flugzeuge, die symbolisch die letzten 100 Jahre Luftfahrt repräsentieren. Das älteste ist ein Nachbau des Blériot-Eindeckers, mit dem 1909 erstmals der Ärmelkanal überquert wurde. Zudem steht im Hangar ein Tiger F5E sowie das Modell des Militärflugzeugs Saab Gripen, das möglicherweise sein Nachfolger für die Schweizer Luftwaffe wird. Im Wechsel mit den jetzigen Objekten werden im nächsten halben Jahr weitere Flugapparate aus der Pionierzeit, Militär- und Passagierflugzeuge zu sehen sein, unter anderem auch das Modell eines Eurofighters, der ebenfalls im Gespräch für die Schweizer Armee ist.

Das Verkehrshaus Luzern nahm das Jubiläum in der Schweizer Luftfahrt gleichzeitig zum Anlass, um seine Halle Luft- und Raumfahrt zu erneuern. Neben den bisherigen Ausstellungsstücken, wie die Flugzeuge, die von der Decke hängen, wurden einige neue Bereiche geschaffen. In diesen wurde stark darauf geachtet, dass die Besucher möglichst viel selber etwas ausprobieren können.

Der Flughafen ist in der Halle stark präsent. Gleich beim Eingang wurde die Landschaft eines Flughafens nachgebildet. Im hinteren Teil der Halle baute Skyguide die Nachbildung eines Towers über drei Etagen. Hier gibt es Informationen über die Bodenkontrolle, das Flugsicherungszentrum und die Luftraumüberwachung. Spielerisch können Besucher Aufgaben meistern und testen, ob sie den Berufsanforderungen eines Fluglotsen genügen würden. Urs Ryf von Skyguide gibt dem Spiel ein Zückerchen obendrauf: «Als Preise verlosen wir Besuche im echten Tower.»

Auch die Fluggesellschaft Swiss ist in der neuen Ausstellung vertreten: Mit Check-in, Business-Lounge, Nachbau eines Kabinen-Längsschnitts sowie einem nachgebauten Rumpfquerschnitt eines Airbus A380, in dem in den Frachtbereich geblickt werden kann. Besonders eindrücklich sind die Bereiche in der ersten Klasse. Wer Economy gewohnt ist, staunt über die Platzverhältnisse und die Möglichkeit, Sitze in Betten zu verwandeln. Eine Ruhepause in einem der modernen Sitze tut gut. Doch auch für Aktivere bietet die Swiss Beschäftigung, sei es an den interaktiven Stationen, aber auch im Balance-Trainer.

Das neuste Originalobjekt in der Sammlung Luftfahrt ist ein echter Rega-Helikopter. Die Schweizer Flugrettung mustert ihre aktuelle Flotte in diesem Jahr aus. Einen der durchaus noch flugtauglichen Agustas schenkte die Rega dem Verkehrshaus. Leider darf man nicht hineinsitzen.

Dafür steht den Besuchern ein neuer fünfplätziger Flugsimulator zur Verfügung, der einem Rega-Helikopter nachempfunden wurde. «Den Simulator kann man sogar selber steuern», betont Ernst Kohler von der Rega. Es werden Rotoren-Geräusche eingespielt und das Innenleben ist täuschend echt, mit Messgeräten, Pedalen und Steuerknüppeln. Sogar der Einfall des Sonnenlichts wird simuliert. Der sechsminütig Flug startet beim Verkehrshaus, geht über den Vierwaldstättersee bis zum Pilatus, wo man möglichst präzise landen soll.

Mit der neu gestalteten Halle Luft- und Raumfahrt haben im Verkehrshaus Luzern noch mehr interaktive Elemente Einzug gehalten, als es bisher schon gab. Und auch wer die bisherige Halle kannte, wird nun wieder Neues entdecken. Um allerdings alles zu sehen und auszuprobieren, braucht es reichlich Zeit.

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