Über die Notrufnummer 117 wurde die Polizei alarmiert. «Die Verantwortlichen des Kinderhorts haben richtig reagiert. Das Tier hätte beissen können«, sagt Klaus Mannhart, Mediensprecher der Basler Polizei.

Der tierische Besuch im Hort entpuppte sich als gesunder Dachs, der sich im verschachtelten Hinterhof mit den hohen Mauern verirrt hatte und offensichtlich nicht mehr rausfand. Der herbeigerufene Tierarzt des Basler Zoos betäubte den Dachs leicht; gemeinsam mit der Polizei wurde das Tier in die Langen Erlen verfrachtet und in die Freiheit entlassen, wie die Basler Polizei berichtet.

Chance gering, Dachs zu sehen

Immer wieder haben es die Ordnungshüter mit Tieren zu tun. Nicht «nur» mit entlaufenen Haustieren, sondern auch mit angefahrenen Füchsen oder verletzten Schwänen. Eine Begegnung mit einem Dachs gilt dennoch als seltenes Vergnügen. Laut Bundesamt für Umwelt kommt der Dachs in der Schweiz zwar (wieder) häufig vor. Auch wagt sich der Dachs, der bevorzugt in seinem Bau in Hecken oder Wäldern lebt, zur Nahrungssuche immer häufiger in städtische Gebiete vor. Komposthaufen und Kehrichtsäcke scheinen den Allesfresser mit seinem feinen Sinnesorgan magisch anzuziehen.

Dennoch ist die Chance klein, in der Stadt einen Dachs anzutreffen: Im Gegensatz zum Fuchs gilt der Dachs, der wie Iltis und Steinmarder zur Familie der Marder gehört, als scheuer und vorsichtiger Geselle. Er verzichtet grundsätzlich auf Ausflüge am helllichten Tag und meidet deckungsarme Gebiete. In den kalten Wintermonaten schränkt er seine Aktivitäten zusätzlich ein. Die Knirpse im Kinderhort kamen demnach wohl nur deshalb zu ihrem Wildtier-Erlebnis, weil sich der Dachs im Labyrinth des Hinterhofs verirrt hatte. (haj)