Verführerische Selbstinszenierung

Schlössli stellt vor dem wichtigen Schritt seine Geschichte aus.

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Ausstellung Schlössli

Ausstellung Schlössli

Zur Verfügung gestellt

In sechs Schaukästen im vierten Stock des Aarauer Stadtmuseums liegen derzeit Exponate, welche die «Geschichte des Schlösslis und seiner Sammlung», so der Name der Ausstellung, streifen. Gegenstände wie eine Lutherbibel von 1558, ein Porträt des Küttiger Gemeindeammanns Bircher in traditioneller Tracht von 1860, ein Maxim-Radio von 1920 oder Joghurtbecher der Aarauer Milchhandlung Neeser von 1960.

Gegenstände, die zu erzählen beginnen, kennt man ihren Hintergrund. An der Vernissage letzten Freitag lieferte diese Informationen Historiker Dominik Sauerländer. In Zukunft soll das mit der Erweiterung verbundene Museumskonzept helfen: mit audiovisuellen Führungen oder Aufsichtspersonen, die nicht nur stumme Wächter sind.

Stadtrat Carlo Mettauer bezeichnete die Ausstellung als «ersten Hinweis auf die Erweiterungsabstimmung». Er erwarte interessante Diskussionen und hoffe auf ein positives Resultat, so Met-tauer. Dass man für die Vernissage hoch hinauf in den alten Turm steigen musste, offenbare die Notwendigkeit, das Schlössli behindertengerecht zu sanieren. «Tragen Sie diese Botschaft in die Stadt hinaus!», rief Mettauer das Publikum auf.

Bewährte Erweiterungen

Eine Text-Bild-Schau zur Baugeschichte ergänzt den kleinen Ausschnitt aus der riesigen Sammlung, bestehend aus 100 000 Objekten. Auf die Trouvaillen sei man bei den Auf- und Umräumarbeiten nach dem Hochwasser im Sommer 2007 gestossen, erklärte Museumsleiterin Kaba Rössler.

Wann das Schlössli genau gebaut wurde, konnte auch eine dendrochronologische Untersuchung von Holzbalken nicht klären, wie Sauerländer ausführte. Vermutet wird die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Wie der alte Turm 700 Jahre später zum Stadtmuseum wurde, erläuterte der angehende Historiker Florian Müller. Sein Fazit: «Erweiterungen haben sich immer bewährt.» (trö)