Massaker

Verdächtige Täter des Massakers in der Türkei verhaftet

Angehörige der Bilge-Opfer

Angehörige der Bilge-Opfer

Nach dem Massenmord auf einem Hochzeitsfest im Südosten der Türkei hat ein Gericht acht Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Nach ersten Ermittlungen sei die Tat, bei der Maskierte mit Sturmgewehren 44 Menschen erschossen, aus Eifersucht erfolgt.

Das sagte der Gouverneur der Provinz Mardin, Hasan Dururer der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. "Ich glaube, der Angriff war seit Tagen vorbereitet", sagte er. Die Täter hätten den Eindruck einer terroristischen Tat erwecken wollen.

Unter den Opfern des Massakers vom Montagabend waren 17 Frauen und sechs Kinder. Die Dimension des Verbrechens hat die Türkei schockiert.

Die Festgenommenen nutzten in den Vernehmungen ihr Recht zur Aussageverweigerung, sagte der Gouverneur. Deswegen seien alle Berichte über Äusserungen der Festgenommenen falsch.

Türkische Zeitungen berichteten, die Täter hätten erklärt, sie hätten alle 200 Gäste der Hochzeit töten wollen, um Zeugen des Angriffs zu beseitigen.

Mittlerweile sind 43 der 44 Opfer bestattet worden. Der erschossene Imam werde in Ankara begraben, die Leichen der anderen Getöteten seien in dem Dorf Bilgeköy und in Diyarbakir beigesetzt worden. Aus Diyarbakir stammte der ebenfalls getötete Bräutigam.

Nach dem Blutbad wächst in der Türkei Kritik am System der im Kampf gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK aufgerüsteten Dorfmilizen, weil mehrere der Angreifer Mitglieder solcher Milizen sind. Mehrere Politiker der Opposition und der Regierungspartei AKP forderten, die bisherige Strategie auf den Prüfstand zu stellen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1