Verdacht auf Missbrauch: Reformierte Landeskirche suspendiert Aargauer Pfarrer

Ein Aargauer Pfarrer muss sich wegen Missbrauchs seiner Tochter vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten. Der Pfarrer wurde nun von seinen Amtspflichten entbunden.

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Der reformierte Pfarrer von Thalheim, der von einer seiner heute erwachsenen Töchter des jahrelangen sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, ist bis zum Gerichtsurteil von seinem Amt entbunden. Dies teilte die Reformierte Landeskirche Aargau am Dienstag mit. Der Pfarrer muss sich Mitte Juni wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Vergewaltigung und mehrfachem Inzest vor Bezirksgericht Zofingen verantworten.

Wie Frank Worbs, Informationsbeauftragter der Reformierten Landeskirche Aargau, erklärte, ist die Anklageerhebung für die Freistellung ausschlaggebend gewesen. Die Entscheidung haben der Kirchenrat und die Kirchenpflege von Thalheim in Absprache mit dem betroffenen Pfarrer getroffen - aufgrund der «aktuellen Entwicklung».

Kirchgemeinde verteidigt sich

Am Mittwoch informiert die Reformierte Kirchgemeinde Thalheim in einem Schreiben ihre Mitglieder. Vor zwei Jahren habe der Beschuldigte die Kirchenpflege über die «belastende private Situation» orientiert. Der Pfarrer ist seit drei Jahren in Thalheim tätig. Er selber hatte die massiven Vorwürfe stets als haltlos bezeichnet. Wie Kirchgemeindepräsident Roland Frauchiger erläutert, sei die Untersuchung stets «sehr ernst» genommen worden.

Der Pfarrer habe stets über den Verfahrensstand orientiert. Aus der Gemeinde habe es keine Hinweise gegeben, die «in eine ähnliche Richtung gedeutet hätten». Sie ordnete aber trotzdem Auflagen im Umgang mit Jugendlichen an. Aufgrund der Informationen und der guten Amtsführung sei man zum Schluss gekommen, dass ihm weiterhin das Vertrauen ausgesprochen wird. (SPI)

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