Alessandra Paone

Das Stedtli zum Leben erwecken. Dieses Ziel haben sich die Wirte und Ladenbesitzer in Liestal gesetzt. Hierfür lassen einige gerne ihrer Fantasie freien Lauf. So verwandelt sich zum Beispiel der Aussenplatz des Restaurants Schützenstube im Sommer in eine Oase. Dies allerdings zum Leidwesen der Liestaler Behörden und des Marktchefs. Denn ihrer Meinung nach kommt die Oase an Markttagen den Marktfahrern in die Quere (die bz berichtete).

Der Initiant der Oase und Geschäftsführer des Restaurants Schützenstube lässt sich aber von den Behörden nicht beirren und entwickelt weitere Ideen - auch für die Wintersaison. Wieso sollen seine Gäste nicht auch an kalten Tagen draussen dinieren können, hat sich Sascha Birkenmeier wohl gefragt und als Palmenersatz zwei Wärmestrahler neben die Tische gestellt.

Auf frischer Tat erwischt

Dieselbe Idee hatte Bekim Ameti, Geschäftsführer des Restaurants Portofino im Fischmarkt. Auch seine Gäste sollten von den Heizstrahlern erwärmt im Freien speisen können. Was die beiden Wirte aber nicht wussten: Wärmestrahler sind im Kanton Baselland nur bedingt erlaubt. Im Paragraph 9 des kantonalen Energiegesetzes steht nämlich: «Heizungen im Freien für Terrassen, Bäder, Rampen, Rinnen, Sitzplätze, Warmluftvorhänge usw. dürfen nur mit überwiegend erneuerbarer Energie oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben werden.»

«Uns ist zu Ohren gekommen, dass im Stedtli Wärmestrahler stehen», sagt Felix Jehle vom Amt für Umwelt und Energie. Die betroffenen Wärmestrahler würden mit fossiler Energie betrieben, weiss der Leiter der Fachstelle Energie. Deshalb werde die Fachstelle die beiden Gastronomiebetriebe nun schriftlich auffordern, die Wärmestrahler zu entfernen.

Dies wird aber nicht mehr nötig sein. Denn Portofino-Chef Ameti hat die Wärmestrahler bereits vergangene Woche weg geräumt, und die Schützenstube verwendet die «Pilze im Moment lediglich als Plakathalter». Ein Kantonsangestellter habe ihn schon beim Installieren der Wärmestrahler darauf hingewiesen, dass sie verboten sind, sagt Birkenmeier. Auf die Idee mit den Aussenheizstrahlern ist der Schützenstubenwirt nur gekommen, weil ein Bekannter sie ihm zu einem guten Preis angeboten hat. Birkenmeier betont ausserdem, dass seinen Gästen in erster Linie warme Decken gegen die Kälte zur Verfügung stehen. Er sei aber dabei, Biogas aufzutreiben. «So können die Wärmestrahler auf Wunsch sporadisch eingesetzt werden.»