«Verbot ist falscher Weg»

«Verbot ist falscher Weg»

«Verbot ist falscher Weg»

Pro Juventute kritisiert Zürcher Entscheid zu MP3-Playern an Schulen

Nach dem Handy sind an Zürcher Schulen bald auch MP3-Player verboten. Pro Juventute kritisiert den Entscheid.

«Kinder sollen lernen mit Risiken umgehen», hält Pro Juventute fest. In ihrer Mitteilung von gestern Montag kritisiert die Kinder- und Jugendorganisation den Entscheid des Zürcher Schul- und Sportdepartements, sämtliche elektronische Geräte auf den Schulhöfen zu verbieten (wir berichteten). Um Kindern und Jugendlichen den selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu lehren, seien Verbote der falsche Weg. Statt Kinder und Jugendliche beim Umgang mit neuen Medien alleine zu lassen, sei die Gesellschaft in der Pflicht, Medienkompetenz zu vermitteln und zu stärken.

Unterwünschter Kontrolldruck für die Lehrerschaft

Der Grund des Zürcher Schul- und Sportdepartements für ein Verbot, der Umgang mit elektronischen Geräten sei für die Kommunikation der Kinder nicht förderlich, entspreche nicht den realen Lebenswelten der Kinder. Vielmehr finde ein grosser Teil der Jugend-Kommunikation eben gerade über diese Geräte statt.

Die Umsetzung eines generellen Verbots könne bei den Lehrerinnen und Lehrern ausserdem zu einem hohen Kontrolldruck führen, was es zu vermeiden gelte. Stattdessen fordert Pro Juventute, die Möglichkeit neuer Technologien in Unterricht und Klassenzimmern «endlich auf ihren Nutzen hin zu prüfen».

Tipps für Opfer von Cybermobbing

Bei der Vermittlung von Medienkompetenz könnten die Schulen von Fachpersonen unterstützt werden, heisst es weiter. So biete das Projekt «Pro Juventute-»Handyprofis Workshops an Schulen an, in denen 10- bis 18-Jährige den konstruktiven Umgang mit ihrem Mobiltelefon lernten. Vermittelt wird der Umgang mit problematischen Inhalten sowie Empfehlungen, wie man als Opfer von Cybermobbing, Stalking oder Happy Slapping reagieren soll. Gleichzeitig lernen die Jugendlichen, wie sie ihr Handy konstruktiv nutzen können, etwa zum Erstellen von selbst komponierten Songs. Das Projekt ist vom Bund ausgezeichnet worden mit der Begründung, Medienkompetenz sei eines der ganz wichtigen Themen. (ant)

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