Behenna war 2009 von einem US-Militärgericht zu 25-jähriger Haft verurteilt worden. Später wurde seine Strafe reduziert, seit 2014 befindet er sich unter Bewährung auf freiem Fuss.

Als Begründung für die Begnadigung des 35-Jährigen nannte das Weisse Haus unter anderem dessen "breite Unterstützung" durch US-Militärs, die Solidarisierung zahlreicher Politiker von Behennas Heimatstaat Oklahoma mit dem Verurteilten sowie sein "vorbildliches" Verhalten in der Haft.

Kritik von ACLU

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU bezeichnete die Amnestie hingegen als "Unterstützung für einen Mord", der gegen den eigenen Justizkodex der US-Armee verstossen habe. Trump solle als Oberbefehlshaber der Streitkräfte "Kriegsverbrechen verhindern und diese nicht unterstützen oder entschuldigen", erklärte die ACLU-Vertreterin Hina Shamsi.

Behenna hatte 2008 den Häftling Ali Mansur erschossen, welcher der Mitgliedschaft in der Terrororganisation Al-Kaida verdächtigt wurde. Die US-Streitkräfte hatten Mansur festgenommen, nachdem ein Sprengsatz einen US-Militärkonvoi nördlich von Bagdad getroffen hatte. Dabei wurden zwei Freunde Behennas getötet.

Keine Beweise

Weil sie keine Beweise für eine Beteiligung Mansurs an dem Anschlag hatte, ordnete die US-Armee nach einigen Tagen seine Freilassung an. Behenna hatte den Auftrag, Mansur in sein Heimatdorf zurückzubringen.

An einem entlegenen Ort setzte er dann jedoch ohne Genehmigung die Vernehmung des Häftlings fort. Dafür zog er Mansur nackt aus, später schoss er auf ihn. Der Leichnam Mansurs wurde am nächsten Tag teilweise verbrannt gefunden.

Behenna machte später in seinem Prozess Notwehr geltend - Mansur habe nach seiner Waffe gegriffen. Der Offizier wurde jedoch wegen "nicht vorsätzlichen Mordes" verurteilt. Später wurde seine Strafe von 25 auf 15 Jahre reduziert. Nach fünf Jahren im Gefängnis kam Behenna gegen Bewährungsauflagen frei. Er lebte zuletzt auf einer Farm in Oklahoma.

Behenna habe keine Rechtfertigung dafür gehabt, einen "nackten, unbewaffneten irakischen Mann in der Wüste und entfernt von einem tatsächlichen Schlachtfeld zu töten", erklärte ACLU-Vertreterin Shamsi.