Todesstrafe

US-Gericht lässt jüngste Todeskandidatin nach 27 Jahren frei

Paula Cooper wird nach 27 Jahren aus dem Gefängnis entlassen.

Paula Cooper wird nach 27 Jahren aus dem Gefängnis entlassen.

Als 15-Jährige erstach Paula Cooper eine 78-jährige Religionslehrerin. Mit 16 Jahren wurde sie zur jüngsten Todeskandidatin der USA. Jetzt, knapp drei Jahrzehnte später, ist sie wieder auf freiem Fuss.

Es war am 14. Mai 1985, als die 15-jährige Paula Cooper und drei Kolleginnen vor dem Haus von Religionslehrerin Ruth Pelke im US-Bundesstaat Indiana auftauchten. Aus einem geplanten Raub wurde Mord: Cooper stach mit einem Messer 33 Mal auf Pelke ein, während ihre Freundinnen vor dem Haus Wache standen. Die Mädchen flüchteten mit einem Diebesgut von zehn Dollar und Pelkes Auto.

Nach ihrer Verhaftung gestand Cooper die Tat und wurde zum Tod durch den elektrischen Stuhl verurteilt. Das machte sie zur jüngsten Todeskandidatin der USA. Das Urteil löste 1986 weltweit Proteste aus. Coopers Komplizinnen erhielten ebenfalls langjährige Freiheitsstrafen.

Seit Montag auf freiem Fuss

Mittlerweile ist Cooper 43 Jahre alt. Gestern durfte sie das Gefängnis wegen guter Führung nach 27 Jahren verlassen. Ihre Freilassung geht auf eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 1988 zurück: Damals erhöhte die staatliche Legislative von Indiana das Mindestalter für Todesstrafen auf 16 Jahre. Coopers Urteil wurde in der Folge in eine 60-jährige Freiheitsstrafe umgewandelt.

Seit 2005 sind in den USA Todesstrafen für unter 18-Jährige nicht mehr zulässig. (lhn)

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