Justiz

Urteil zum Tötungsdelikt vom Herbst 2007 in Madiswil

Urteil im Tötungsdelikt von Madiswil

Urteil im Tötungsdelikt von Madiswil

Das Kreisgericht Aarwangen hat den Angeklagten im Tötungsdelikt von Madiswil in einem Indizienprozess der vorsätzlichen Tötung seiner Schwägerin schuldig gesprochen. Er muss für neun Jahre ins Gefängnis.

Die Tochter des 47-jährigen Opfers erhielt eine Genugtuungssumme von 30'000 Franken sowie Schadenersatz von rund 3000 Franken zugesprochen. Obwohl objektive Tatbeweise fehlen, gelangte das Gericht zur Überzeugung, dass es keine vernünftigen Zweifel an der Täterschaft des angeklagten 58-jährige Schwagers gebe.

Das Opfer war am Morgen des 5. November 2007 auf dem Parkplatz der Coop-Filiale in Madiswil aufgefunden worden. Sie sass erschossen in ihrem Auto. Die Tatwaffe wurde nie gefunden, und es fanden sich im Auto des Opfers auch keine eindeutig identifizierbaren Spuren des Täters.

Mit dem Strafmass von neun Jahren blieb das Gericht wegen einer leicht verminderten Steuerungsfähigkeit sowie des schlechten Gesundheitszustandes des Angeklagten drei Jahre unter dem Antrag des Staatsanwaltes, der zwölf Jahre Freiheitsentzug gefordert hatte. Die Verteidigung hatte einen Freispruch mangels Beweisen verlangt.

Die zahlreichen Indizien ergäben ein genügend klares Bild für einen Schuldspruch, sagte der Gerichtspräsident in seiner mündlichen Urteilsbegründung. Die klare Spur des Opfers verliere sich am Mittag des 31. Oktobers 2007, dem wahrscheinlichen Zeitpunkt der Tat.

Der Angeklagte habe für diese gute Stunde über den Mittag kein Alibi bzw. dieses sei konstruiert. Zusammen mit den zahlreichen Indizien und dem Aussageverhalten des Mannes ergebe sich ein Mosaik, das nur einen Schluss zulasse: der Angeklagte habe die Tat begangen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1