Wolfgang Wagmann

Zum Thema Regen: Davon gabs wesentlich mehr als im langjährigen Durchschnitt, nämlich 142 Liter pro Quadratmeter in der Stadt und sogar 177 im Wallierhof Riedholz. Das sind 20 bis 25 Prozent mehr als sonst im mittleren Sommermonat zu erwarten sind. Damit ist auch schon erklärt, warum dieser Juli ein sehr wechselhaftes Gesicht zeigte - in der Regel war es einen Tag schön, gefolgt von einer Kaltfront mit eingelagerten Gewittern und danach einem Übergangstag. So blieben nur gerade 13 Tage niederschlagsfrei; mehrheitlich sonnig war es lediglich an sieben Julitagen. Besonderes Pech für alle «Nicht Ferientechniker»: Über drei von vier Wochenenden dominierte schlechtes Wetter, abgesehen vom letzten, allerdings kühlen Julisonntag.

Nächte mit Blitz und Donner

Trotz hoher Regenmengen herrschte im Juli 2009 keineswegs tagelang Tristesse mit Toujours-Landregen und trüben Wolken. Denn der grösste Teil des Niederschlags fiel in nur zwei Nächten: Vom 14. auf den 15. Juli prasselten - «garniert» mit schweren Gewittern - in Solothurn 37 Liter, in Riedholz sogar 50 Liter pro Quadratmeter innert weniger Stunden herunter. Dasselbe Phänomen war am 16. und 17. Juli zu beobachten: Zu Blitz und Donner setzte es diesmal 40 Liter in Solothurn ab und gegen 52 im Wallierhof. Die Unwetter sorgten jeweils für eine durchaus willkommene Abkühlung, wobei diese zwischen dem 7. und 10. Juli tagelang schon eher herbstliche Dimensionen erreichte. Vermochte doch das Thermometer die 20-Grad-Marke kaum mehr zu knacken.

Riesenglück bei Hagelzug

Die erwähnten Gewitternächte zogen mit viel Getöse, aber schadlos über die Region hinweg. Viel Glück war jedoch am Donnerstag, 23. Juli, im Spiel, als ein Hagelzug von riesigen Ausmassen einen Streifen zwischen der Waadt und dem österreichischen Vorarlberg heimsuchte. Für die Versicherungen resultierte daraus das seit langem grösste Ereignis mit einer Schadensumme von schweizweit 300 Millionen Franken. In Solothurn wurden nur einige erbsgrosse Eiskörnchen registriert, und auch die Weinfreunde können aufatmen, denn in den Rebbergen der Bürgergemeinde in Le Landeron sowie entlang des Bielersees lief das Ganze offenbar glimpflich ab. Nach Mariä Himmelfahrt - dem kommenden Samstag, 15. August, - nimmt das Unwetterrisiko ohnehin laufend ab. Und mit der morgigen Rück-kehr des Sommers bleibt das Wetter nun eher sonnig - aber Wolkenfelder oder ein Platzregen sind jederzeit möglich.