Lawinen

Unvorsichtigen Berggängern drohen in Italien hohe Strafen

Gesetz für Bergsportler in Italien in Vorbereitung (Archiv)

Gesetz für Bergsportler in Italien in Vorbereitung (Archiv)

Nachdem am Wochenende in Italien acht Menschen durch Lawinen in den Tod gerissen worden sind, will die Regierung strengere Strafen für unvorsichtige Berggänger ergreifen. Der Senat in Rom diskutiert derzeit über eine Eilverordnung zum Katastrophenschutz.

Wie italienische Medien berichteten, sind darin Haftstrafen für Personen vorgesehen, welche eine Lawine auslösen, die Todesopfer fordert. Skifahrern, die bei gefährlichen Bedingungen abseits der Pisten unterwegs sind, droht eine Geldstrafe von bis zu 5000 Euro.

Die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi reagiert damit auf den wiederholten Appell des italienischen Zivilschutzes. Zu viele Menschen würden dem verantwortungslosen Verhalten von Bergsteigern und Skifahrern zum Opfer fallen, hatte Zivilschutzchef Guido Bertolaso erst vor kurzem wieder kritisiert.

Auch die Einsatztruppen der Bergrettung müssten oft ihr Leben aufs Spiel setzen, nur um verantwortungslose Alpinisten in Sicherheit zu bringen.

"Eine hysterische Reaktion", kommentierte Extrembergsteiger Reinhold Messner die geplanten Massnahmen. Mit derartigen Gesetzesinitiativen werde "dem Alpinismus der Garaus gemacht".

Jeder Bürger trage eine Verantwortung gegenüber den anderen, "auch die, die Bergsport betreiben". Dafür brauche man kein neues Gesetz, sondern viel mehr eine bessere Aufklärung darüber, "wo Tourismus aufhört und wo professioneller Bergsport anfängt", erklärte der 65-Jährige.

Sieben Menschen waren am Wochenende in Norditalien von Lawinen in den Tod gerissen worden. Eine am Sonntag noch lebend aus dem Schnee befreite Frau erlag am Morgen ihren Verletzungen, wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Online-Version) berichtete.

Durch eine Kaltfront, die vor allem den Norden Italiens seit einer Woche mit Minustemperaturen und starkem Schneefall überzieht, herrscht in fast allen nördlichen Berggebieten sowie in den mittelitalienischen Abbruzzen erhöhte Lawinengefahr.

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