Louis Probst

«Wir haben wenig übergewichtige Kinder - wir sind eine sportliche Schule», stellt der Villiger Schulleiter Konrad Burger fest. Die Schule Villigen soll aber nicht bloss eine sportliche, sie soll auch eine gesunde Schule sein. Dieses Ziel jedenfalls hat sich die Kommission «Gesunde Schule» auf die Fahne geschrieben. Hervorgegangen ist diese Kommission aus einem Workshop. Und geleitet wird die Kommission, in der Schule, Schulpflege und Eltern vertreten sind, von Schulpflegepräsidentin Helen Leimbacher.

Gesund und gesundheitsfördernd

Die Schule Villigen soll zudem eine gesundheitsfördernde Schule sein. Dazu wird in einer Art Präambel zum Projekt «Gesunde Schule» unter anderem erklärt: «Die gesundheitsfördernde Schule setzt die Gesundheitserziehung und die Gesundheitsbildung in einen neuen Rahmen. Gesundheitsförderung will nicht nur eine Veränderung des Verhaltens des Einzelnen, sondern ebenso eine Veränderung der Verhältnisse bewirken.»

Diese doch eher etwas allgemein gehaltenen Absichten sind jetzt, aufgrund der Ergebnisse einer Fragebogenaktion der Kommission «Gesunde Schule», konkreter geworden. An einer sehr gut besuchten öffentlichen Veranstaltung sind die Resultate der Umfrage kürzlich vorgestellt worden.

Dabei hat sich gezeigt, dass das Interesse am Projekt «Gesunde Schule» grundsätzlich gross ist. Immerhin sind von den 71 Fragebogen, die an Eltern von Schulkindern abgegeben worden waren, 54 zurückgekommen. Wohl nicht unerwartet hat sich aber auch gezeigt, dass die Ansichten darüber, was denn eine gesunde Schule überhaupt ausmacht, auseinandergehen. Unter den am meisten genannten Anliegen finden sich - neben eher allgemeinen Begriffen wie etwa «ideale Lernbedingungen» oder «ganzheitliches Wohlbefinden» - auch konkrete Wünsche, wie die «Kommunikation zwischen den Eltern und den Lehrpersonen», «gute Freizeitaktivitäten», eine «gewaltfreie Schule» oder auch ein «gutes Arbeitsklima».

Aus der Umfrage geht aber auch hervor, dass Angebote, wie ein Eltern-Kind-Kochkurs oder geleitete Freizeitaktivitäten, als wünschbar erachtet werden. Die Kommission will sich jetzt dieser Themen annehmen. Weiter verfolgen will sie aber auch die Bereiche «Schulweg» und «Pausenverpflegung».

Der Schulweg und das Znüni

Auch in Villigen ist festzustellen, dass stets mehr Kinder per Auto zur Schule gebracht werden. Die Kommission Gesunde Schule vertritt aber die Ansicht, dass der Schulweg, der zu Fuss zurückgelegt wird - als erster Schritt in die Selbstständigkeit -, die Kinder nicht bloss sicherer macht, sondern ihnen auch ermöglicht, wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die Kommission will sich auch der Frage annehmen, ob und wie wieder ein Lotsendienst eingerichtet werden könnte. Bereits aktiv geworden sind Schule und Kindergarten im Bereich der Zwischenverpflegung. Im Kindergarten wird ein Znünibuffet angeboten und im «grossen» Kindergarten üben sich die Kinder im Kochen. Die Primarschule hat sich im Projektunterricht mit dem Thema «gesundes Znüni» und im Realunterricht mit dem Thema «Gesundheit» auseinandergesetzt.

«Die Gesundheit wird auch im nächsten Semester ein Thema sein», erklärt dazu Schulleiter Burger. Und er gibt zu bedenken: «Es sind alles kleine Schritte auf dem Weg zur gesunden Schule, wobei die Vorbildfunktion - als Lehrer oder als Elternteil - nicht zu unterschätzen ist.»