«Unsorgfältig, nicht vollständig»

Die Bauprofile vermitteln einen Eindruck vom Ausmass des geplanten Holz-Heizkraftwerks. (Bild: Walter Schwager)

profile.jpg

Die Bauprofile vermitteln einen Eindruck vom Ausmass des geplanten Holz-Heizkraftwerks. (Bild: Walter Schwager)

Scharfes Geschütz fährt die CVP Würenlingen gegen das geplante Holz-Heizkraftwerk auf. Beim Projekt, so kommt in einer Pressemitteilung zum Ausdruck, sieht die Partei mehrere Ungereimtheiten.

Der Reihe nach: Bereits fünf Tage nach der Publikation des Baugesuchs habe die Parteileitung beschlossen, eine «fachtechnisch fundierte» Einsprache einzureichen, schreibt die CVP. Die fünfseitige Einsprache sei inzwischen ausgearbeitet worden. «Generell stellen wir fest, dass das Baugesuch in vielen Details unsorgfältig und nicht vollständig aufgelegt wurde und ausserdem Differenzen aufweist zwischen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und dem Bauprojekt», führt die CVP aus. Und weiter: «Völlig unverständlich ist für uns auch die fast überfallartige Orientierung, nachdem inzwischen bekannt geworden ist, dass einzelne Gemeinderatsmitglieder bereits vor einem Jahr von diesem Projekt Kenntnis hatten.»

In der kurzen Zeit zwischen der Orientierungsversammlung und der Baugesuchseingabe bestand laut CVP keine Möglichkeit, eine kontroverse Diskussion zu führen. «Rund 1000 Bewohner und Bewohnerinnen von Würenlingen haben die Petition gegen das Holz-Heizkraftwerk bereits unterschrieben oder werden sie noch unterschreiben», weiss die CVP. Die einseitige Stellungnahme der Refuna AG sei «kaum im Interesse der Refuna-Benützer ausgearbeitet worden».

Die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK) hat gemäss CVP an verschiedenen Standorten Abklärungen getroffen, unter anderem auch im «Hard» Untersiggenthal. Im Nahbereich dieses Standortes befinde sich eine Verbindungsleitung zwischen der Fernwärme Siggenthal AG und der Refuna AG. Eine direkte Anlieferung mit Altholz via SBB auf der Station Siggenthal-Würenlingen wäre möglich. «Leider komme dieser Standort, gemäss Angaben eines Vertreters der Bauherrschaft, nicht infrage, weil Untersiggenthal noch zuerst fünf Jahr Kies abbauen möchte», hält die CVP fest.

Am 21. Oktober 2008 habe eine Startsitzung mit einzelnen Vertretern des Gemeinderates und des kantonalen Amts für Umwelt stattgefunden. «Die eidgenössischen und kantonalen Richtlinien verlangen Vorabklärungen, bevor ein so grosses, umweltbelastendes Projekt realisiert wird», schreibt die Partei. Aber: Vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) Aarau und vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) Bern sei in den Unterlagen weder eine Bewilligung noch eine Stellungnahme vorhanden. Während der Auflagefrist habe Baudirektor Beyeler auch noch festgestellt, dass der aargauische Grosse Rat diesen Standort und das Werk bewilligen müsse. Kurz: «Für die CVP Würenlingen ist es unverständlich, dass die kommunalen und kantonalen Behördenvertreter diese manipulierten Machenschaften gebilligt haben.» (mhu)

Meistgesehen

Artboard 1