Nach Angaben der Bürgerrechtsgruppe Capital Post Conviction Project belegen neue Informationen aber, dass Ford weder am Tatort noch anderweitig in das Verbrechen verwickelt war. Ein Richter habe deshalb auf Antrag mehrerer Staatsanwälte die Freilassung des Mannes angeordnet, der fast sein halbes Leben im Gefängnis verbrachte. Medienberichten zufolge war die Mordwaffe nie gefunden worden und auch kein Augenzeuge vorhanden.

Amnesty International nahm den Fall zum Anlass, die Arbeit von Richtern und Staatsanwälten in den USA kritisch zu hinterfragen. "Glenn Ford ist ein lebendes Beispiel dafür, wie fehlerhaft unser Justizsystem wirklich ist", erklärte der US-Ableger der Menschenrechtsorganisation laut CNN. Es sei "bewegend", dass der Todeskandidat Ford seine Verurteilung überlebt habe.

Seine "Babys" haben jetzt selber welche

Im Anschluss an seine Entlassung aus dem Staatsgefängnis von Louisiana äusserte sich Ford am Dienstag verständlicherweise erleichtert über das Ende seiner Haft: "Meine Gedanken schwirren wild umher, aber es fühlt sich gut an", sagte der Familienvater laut dem Sender WAFB. "Als ich ging, waren meine Söhne Babys. Jetzt sind sie erwachsene Männer mit Babys."

Nach Angaben des Senders CBS steht fälschlicherweise verurteilten Häftlingen in Louisiana eine Entschädigung von 25'000 Dollar für jedes Jahr zu, dass sie ungerechtfertigt hinter Gittern verbracht haben. Dies gilt demnach bis zu einer Obergrenze von 250'000 Dollar. sonst hätte Ford nämlich 750'000 Dollar zugute. Hinzu kämen weitere 80'000 Dollar Entschädigung für entgangene "Lebenschancen".