Unmut der Gemeinden über Kanton

Unmut der Gemeinden über Kanton

Unmut der Gemeinden über Kanton

Beim Kantonsübergreifenden Entwicklungsprojekt Seetal-Hallwilersee ist einiges schiefgelaufen. Vertreter der Seetalgemeinden machten ihrem Ärger an der Sitzung des Regionalplanungsverbandes Luft.

Fritz Thut

Hauptgeschäft an der Hauptvorstandssitzung des Regionalplanungsverbandes (Repla) Lenzburg-Seetal im Dürrenäscher Gemeindesaal waren eigentlich das Arbeitsprogramm und das Budget (mit stabilen Mitgliederbeiträgen) für das 2011.

Während hier alles glatt durchgewinkt wurde, gaben andere Traktanden zu reden. Bei der Diskussion über die Vernehmlassung zum Kantonsübergreifenden Entwicklungskonzept (KEK) Seetal-Hallwilersee äusserten verschiedene Teilnehmer an den vorbereitenden Workshops ihren Unmut.

Geänderte Stossrichtung

Das aargauisch-luzernische Projekt, dessen Fäden in der Abteilung Raumentwicklung des Aargauer Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zusammenlaufen, soll grenzübergreifende Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

Bei einer ersten Präsentation im Sommer 2009 wurde als Ergebnis eine «Absichtserklärung von etwa drei möglichen Massnahmen und drei möglichen Folgekonzepten» (AZ vom 19. Juni 2009) in Aussicht gestellt.

Nachdem für die Ausarbeitung des Schlussberichts zwei ganztägige Workshops mit involvierten und interessierten Gemeindevertretern abgehalten wurden, sind diese Teilnehmer, gelinde gesagt, erstaunt über das Ergebnis. «Wir sind mit der Stossrichtung überhaupt nicht mehr einverstanden», hielt der Meisterschwander Gemeindeammann Kurt Kaufmann in Dürrenäsch fest.

Visionen und Strategien weg

Von den Ideen und Anregungen der Gemeindevertreter an einem ersten Seminar in Beinwil am See sei bei der Folgeveranstaltung auf dem Rügel bei Seengen «nichts mehr übrig geblieben». Visionen und Zukunftsstrategien seien verschwunden, weich gespült von Beamten im Aargauer Baudepartement.

Jörg Remund, Vizeammann von Boniswil, teilte Kaufmanns Ansicht. Ausser der geplanten Ausdehnung des Seetaler Slow-ups auf den Hallwilersee sei im Berichtsentwurf nur «Geplapper über den Status quo» geblieben.

Auch der Egliswiler Gemeindeammann Rolf Jäggi fühlt sich aussen vor gelassen und bereut rückblickend die investierte Zeit: «Die Inputs der Gemeindevertreter wurden gar nicht eingebunden.»

«Kein Scherbenhaufen»

Der an der Repla-Sitzung anwesende Vertreter des Kantons räumte ein, dass «es sich hier nicht gerade um ein Vorzeigeprojekt» des Kantons handelt, wies aber auch auf spezielle Schwierigkeiten hin: «Der Kanton Luzern ist anders strukturiert.» Repla-Präsident Ruedi Baumann hielt zusammenfassend fest, dass das KEK – anders als die Repla-interne «Arbeitsgruppe Massnahmen Hallwilersee» – «nicht befriedigend verlaufen» sei: «Es ist noch kein Scherbenhaufen, aber wir stecken in einer Sackgasse.»

Als möglichen Ausweg wurde die scharfe Demarge an den Baudirektor verworfen und stattdessen eine Sitzung zur Auslegeordnung mit dem Abteilungsleiter und eventuell dem Departemensvorsteher angeregt.

Stirnrunzeln über Park+Ride

Stirnrunzeln löste bei den Gemeinderatsdelegierten auch das vom Kanton zur Vernehmlassung vorgelegte Park+Ride-Entwicklungskonzept aus. Zwar wurde nirgends im Gebiet Lenzburg-Seetal zusätzlicher Bedarf nach weiteren Pendlerparkplätzen (für Autos und Velos) ausgemacht, aber einige Votanten wunderten sich über die Art, wie der Kanton die Daten erhoben und ausgewertet hat.

Dies führte zu einer lakonischen Zusammenfassung durch Regionalplaner Thomas Meier: «Die Zusammenarbeit des Kantons mit den Gemeinden war wieder so, dass die Gemeinden davon nichts gemerkt haben.»

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