Uni Basel

Universität Basel ist kompetent gewachsen

Positives Fazit: Unirektor Antonio Loprieno berichtete den Journalistinnen und Journalisten von einem guten 2008. juri junkov

Uni Basel

Positives Fazit: Unirektor Antonio Loprieno berichtete den Journalistinnen und Journalisten von einem guten 2008. juri junkov

Die Studierendenzahl nahm weiter zu, es wurden drei Kompetenzzentren gegründet und die Forschung sowie die Nachwuchsförderung gestärkt: Die «Strategie 2007» wirkte sich positiv auf das Jahr 2008 und die Rechnung aus.

Andrea Mašek

Wachstum und Qualität waren die zwei Stichworte, auf die sich Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel, an der Jahresmedienkonferenz konzentrierte. Die Hochschule sei weiterhin überproportional gewachsen, verkündete er. Sie zählt nun 11 360 Studierende und Doktorierende. Sie drängen in die Geistes- und Sozialwissenschaften, doch auch die Naturwissenschaften werden wieder etwas mehr gewählt.

Vor allem bei jungen Menschen, die nicht aus den Trägerkantonen Basel-Stadt und Baselland stammen, wird die Basler Uni immer beliebter. Das zahlt sich aus, denn die Kantone dieser Studierenden müssen für sie zahlen. «Wir freuen uns auch über die wachsende Zahl ausländischer Studierender», sagte Loprieno, obwohl diese - zumindest auf Bachelor-Stufe - kein Geld brächten. Dank ihnen allen aber sei Basel nun eine Schweizer Universität mittlerer Grösse. Eine kritische Masse sei wichtig und nötig für eine Hochschule.

Schwachstellen in der Lehre

Von ihm aus darf die Zahl bis auf 13 000 anwachsen - wenn die Qualität aufrecht erhalten wird. Diese weist in der Lehre aber heute schon Schwachstellen auf: die Betreuungsverhältnisse sind nicht überall optimal, es gibt eine gewisse Reformmüdigkeit, und Bologna ist zwar formell durchgezogen worden, aber die Inhalte müssen noch angepasst werden. Loprienos Kommentar dazu: «Es gibt noch Kinderkrankheiten zu heilen.»

Dafür macht die Qualität der Forschung grosse Fortschritte und erhält mehr Unterstützung, etwa vom Nationalfonds. Die Bemühungen der Uni in der Nachwuchsförderung waren ebenfalls von Erfolg gekrönt, betonte der Rektor. Erstmals konnte die Uni über eine Million Franken aus dem neu eingerichteten Forschungsfonds ausschütten.

Einziger Wermutstropfen hier: Die Frauenquote auf der Professorenstufe liegt unter dem Schweizer Durchschnitt. Qualität heisst für die Uni auch Kompetenzzentren betreiben. Gleich drei solcher Zentren entstanden im vergangenen Jahr: Afrika, Neuroscience Network Basel und Basel Stemm Cell Network. Sie sollen die Zusammenarbeit über die Fachgrenzen hinweg fördern und gleichzeitig den interdisziplinären Austausch von Wissen und Lehre sicherstellen.

Gleichzeitig möchte die Uni nicht abheben, sondern für die Steuerzahler transparent sein. So suchte sie auch 2008 den Dialog mit der Öffentlichkeit, etwa an der Uninacht oder im Café Scientifique. Mit Physik am Samstag, Girls@Science oder der Kinderuni versuchte sie, das Interesse von Jugendlichen zu wecken.

Entscheidender Schritt

Dass sie längerfristig denken muss, zeigt sich auch in der Raumplanung. Dank dem Projektierungskredit durch die Parlamente beider Basel für die Überbauung auf dem Schällemätteli-Areal konnte die Uni einen entscheidenden Schritt hin zur Lösung ihrer Raumprobleme machen. Von der künftigen Konzentration auf drei Zentren (Petersplatz, St. Johann und Volta) verspricht man sich noch bessere Qualität.

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