Schwangerschaft
Ungewollt Schwanger: Männer lassen Frauen oft im Stich

Eine neue Untersuchung der Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule zeigt: Männer unterstützen ihre Partnerin während des Entscheidungsprozesses für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch zu wenig.

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Eine schwangere Frau wird von einer Hebamme untersucht (Archivbild)

Eine schwangere Frau wird von einer Hebamme untersucht (Archivbild)

Keystone

Nur rund ein Viertel begleitet ihre Frauen oder Freundinnen zu einem Beratungsgespräch. Häufiger kommt eine Kollegin oder die Mutter mit der Schwangeren mit. «Auch wenn der endgültige Entscheid bei den Frauen liegt, ist es wichtig, dass der Entschluss gemeinsam wächst und von beiden getragen wird», sagt Anita Cotting Geschäftsleiterin von Sexuelle Gesundheit, gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Dass das gesetzliche Entscheidungsrecht für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch allein bei der Frau liegt, findet der überwiegende Teil der befragten Männer richtig. «Die Männer sind sich bewusst, dass ihr Einfluss auf den Entscheid dennoch gross ist», sagt Cotting.

«Viele betroffene Frauen sind während einer ungewollten Schwangerschaft besonders verletzlich. Deshalb kann die Haltung des Mannes oder Freundes ebenso positive wie negative Auswirkungen haben.» Es zeigt sich aber: Mit dem definitiven Entscheid sind rund 80 Prozent der Männer einverstanden.