Ungebremst ins Ziel

In flotter Fahr: Daniel Schumacher aus Oberflachs in der "Lehrerschikane". (Peter Belart)

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In flotter Fahr: Daniel Schumacher aus Oberflachs in der "Lehrerschikane". (Peter Belart)

Das Schinznach-Dorfer Seifenkistenrennen stellte hohe Ansprüche

Peter Belart

Zuerst muss hier die Strecke vorgestellt werden: Start beim Römerhof, kurz darauf folgte die Schulschwänzerkurve, bei der Abzweigung Schrannstrasse war die Lehrerschikane zu bewältigen, weiter unten die Newtonschikane, bei der Alten Gasse die Gravitationskurve, und von dort gings in rasanter Fahrt zur Todeskurve und danach direkt ins Ziel.

Schon die Namen der schwierigsten Passagen lassen erahnen, mit welchen Schwierigkeiten sich die zwanzig Pilotinnen und Piloten auseinandersetzen mussten. Drei Läufe waren zu absolvieren; für die Schlussrangliste zählte die Summe der drei erzielten Zeiten.


Fest steht: Die Veranstaltung war für die Zuschauerinnen und Zuschauer mindestens ebenso spannend wie für die Fahrer selber. Zu beobachten, wie einzelne der Seifenkisten fast oder ganz ungebremst die teilweise recht steile Strasse hinuntersausten, absolut tollkühn in die Schikanen und die Kurven hinein, als ob es gar keine Fliehkräfte gäbe, als ob die Räder niemals die Haftung verlieren könnten, als ob keinerlei Unfallgefahr bestünde - das verlangte wirklich einiges an Nervenstärke. Tatsächlich flog schon am Morgen ein Fahrer aus der Newtonschikane, sodass die Werkmechaniker alle Hände voll damit zu tun hatten, die Unfall-Seifenkiste und vor allem den Rad-Gummi wieder so herzurichten, dass eine weitere Beteiligung am Renngeschehen möglich war.

Erschwerend kamen die instabilen Witterungsverhältnisse dazu. Die Läufe wurden zum Teil bei heiss-trockenem Wetter, zum Teil bei mehr oder weniger starkem Nieselregen ausgetragen. Kurzum: Gefragt waren Können, Anpassungsfähigkeit und Draufgängertum.

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