Aargau
Unfruchtbare Aargauer? Von wegen!

Eine Studie der WHO besagt, dass die Aargauer Spermien die zweitschlechtesten im gesamten Land sind. Die Redaktion von a-z.ch hat sich auf die Suche im Kantonsgebiet gemacht und erbringt einen mehrfachen und kinderreichen Gegenbeweis.

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Grossfamilie

Grossfamilie

Keystone

Gregor Patorski

Gehört der Aargauer zu einer aussterbenden Spezies? Schenkt man einer Studie der WHO Glauben, dann ja. Im schweizerischen Vergleich ist das Sperma von Aargauer Männern nämlich eines der unfruchtbarsten. Sogar die Zürcher sind fruchtbarer als die Aargauer. Der Grund für die Unfruchtbarkeit liegt gemäss WHO-Wissenschaftlern an der stärkeren Industrialisierung der besonders betroffenen Gebiete.

Die Redaktion von a-z.ch wollte dieses wissenschaftliche Diktum nicht auf sich beruhen lassen und hat sich im Aargauer Kantonsgebiet auf die Suche nach besonders kinderreichen Familien gemacht und ist gleich mehrfach fündig geworden. Aargauer nicht fruchtbar? Von wegen. Hier unsere Gegenbeweise.

Die Suche beginnt

Im neuen AZ Medienhaus werden wir zuerst fündig. Korrektor Heinrich Nussbaum soll viele Kinder haben. Leider ist er in den Ferien und die Angaben seiner Kolleginnen und Kollegen gehen leicht auseinander. Korrektor Fredy Schlegel bringt's auf den Punkt: «Ich glaube er hat fünf bis sechs Kinder. Aber sicher bin ich nicht.» Die Suche geht also weiter...

Der Kantonsrekord: Acht Kinder

Meisterschwanden am Hallwilersee im Bezirk Lenzburg entpuppt sich als die heimliche Hauptstadt der fruchtbaren Aargauer. Das Ehepaar Silvia und Alois Balmer haben mit acht Kindern eine grosse Schar in die Welt gesetzt. Laut Recherchen von a-z.ch ist dies der inoffizielle Kantonsrekord. Liliane, Alois, Elias, Maria, Johannes, Anna, Bettina und Belinda sind zwischen 20 bis 37 Jahre alt. «Schön ist der grosse Familienkreis», betont Silvia Balmer gegenüber a-z.ch, «Wir alle beziehen Kraft aus unserer grossen Gemeinschaft». Auf die Studie angesprochen, muss Frau Balmer lachen: «Darauf gebe ich nicht viel!» Man wisse ja, was generell von solchen Studien zu halten sei. Nur schon in Meisterschwanden kenne sie mindestens drei weitere Familien, die reich an Kindern sind.

Sieben sinds!

Auch in Uezwil im Bezirk Bremgarten wurde a-z.ch fündig. Der Kantonsrekord könnte hier gebrochen werden, Familie Lusser soll neun Kinder haben. «Siebe tüends au!», erwidert Olga Lusser auf die entsprechende Frage. Sie und ihr knapp 60-jähriger Mann Florian, Primarlehrer in Villmergen, leben mit noch fünf Kindern unter einem Dach. Die sieben Kinder sind zwischen 18 und 31 Jahre alt. Olga Lusser reagiert ebenfalls erstaunt auf die WHO-Studie: «Ich kenne etliche kinderreiche Familien im Kanton Aargau. Aber offenbar sind andere Kantone noch kinderreicher.» Der Grund für die grosse Familie: «Mit Niklaus, Dominik, Antonia, Anna, Andreas, Franziska und Markus ist es viel weniger langweilig als in einer Familie mit nur zwei Kindern. Es ist schön, wenn meine Kinder immer ein Gspöndli um sich haben.» Sohn Niklaus setzt die Familientradition übrigens bereits fort: Auch er hat bereits drei Kinder. Um die Zukunft der Aargauerinnen und Aargauer muss man sich vorderhand noch keine Sorgen machen. WHO-Studie hin oder her.

Haben Sie in Ihrer näheren Bekanntschaft ebenso kinderreiche Familien? Oder sind Sie persönlich Teil einer solchen Familie? Eventuell sogar einer, die über dem bisher bekannten Kantonsrekord liegt? Melden Sie sich unter news@a-z.ch