Bungee-Surfing
"Unfälle können schnell tödlich enden, wenn man alleine ist"

Bungee-Surfing wird schon seit den 20er-Jahren betrieben und nannte sich früher "Wellenbrettlen" oder "Aaresurfen". Im Interview mit Radio Argovia erklärt ein Bungee-Surfer, dass Bungee-Surfen sehr gefährlich sein kann, wenn man alleine unterwegs ist.

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Zwei frühere Fälle

Die Gefahren eines fliessenden Gewässers werden immer wieder mit fatalen Folgen unterschätzt.
• Für Aufsehen sorgte 2001 die Flosstour einer Gruppe aus einem Wohnheim im bernischen Roggwil. Das Gefährt kippt beim Versuch, in Murgenthal zu ankern. Zwei Betreuer und vier Jugendliche stürzen ins kalte Wasser. Ein 15-Jähriger schafft es nicht, sich ans Ufer zu retten. Er wird einige Tage später beim Schwimmbad in Aarburg tot aus der Aare geborgen. Das Floss hatten die Ausflügler selber zusammengebaut, keiner trug eine Schwimmweste. Die zwei Betreuer wurden vom Bezirksgericht Zofingen wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von sechs Monaten und einer Genugtuungszahlung von 120 000 Franken verurteilt. Das Obergericht reduzierte das Strafmass für den Heimleiter später auf drei Monate und setzte die Genugtuungssumme auf 42 000 Franken herab.
• Parallelen zu den Fällen vom Dienstag hatte 2001 ein Kanu-Unfall beim Honegger-Wehr in Bremgarten. Zwei deutsche Touristen wollen vor ihrer Weiterfahrt vom Campingplatz noch einmal mit dem Kanu ins Wasser: Wellenreiten beim Honegger-Wehr. Sie kennen die Verhältnisse, sind nicht zum ersten Mal hier. Doch plötzlich sieht einer der Kanuten seinen 42-jährigen Kollegen leblos neben dem kieloben treibenden Boot im Wasser. Passanten eilen zu Hilfe, der Mann wird auf eine Insel gezogen. Aber die Rega-Ärztin kann nur noch seinen Tod feststellen. (az/mou)

Gefährlich könne die Sportart nur werden, wenn sich der Surfer im Seil verfange und unter Wasser gerate. Gyger dazu: "Wenn eine Person auf den Fluss geht, sollte immer mindestens eine Aufsichtsperson am Ufer dabei sein, die die Sportart selber ausübt und weiss, wie man sich bei einem Unfall verhalten muss. Wenn der Surfer stürzt und sich im Seil verheddert, springt die Aufsichtsperson ins Wasser und schneidet so schnell wie möglich das Seil durch."

Das Risiko, das ein Unfall tödliche Folgen hat, sei sehr gross, wenn ein Bungee-Surfer ohne Aufsicht surfen geht. "Alle paar Jahre hat es beim Bungee-Surfing Unfälle mit tödlichen Folgen gegeben."
Dass es heute mehr Unfälle gibt als vor fast hundert Jahren, als die Sportart aufkam, könne einerseits an der steigenden Zahl der Bungee-Surfer liegen, aber auch daran, dass die Surfer sich selbst über- oder das Gewässer unterschätzen. Um die Sicherheit zu erhöhen, gehört zu der Ausrüstung neben Brett und Seil auch eine Schwimmweste sowie ein Neoprenanzug und eventuell ein Helm dazu. (argovia/dge)

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