Gericht
Unbedingte Busse für den Blaufahrer

Nach einem Weihnachtsessen ist ein Aargauer Autolenker mit 2,3 Promille Alkohol im Blut und trotz mehreren schweren Unfällen fast bis nach Hause gekommen. Nun wurde der Amokfahrer vom Bezirksgericht Dietikon verurteilt.

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Keystone

Attila Szenogrady

Es war am 15. Dezember 2007, als der heute 28-jährige Handwerker aus Muri an einem Weihnachtsessen seiner Firma in Zürich Oerlikon mitfeierte. Dabei nahm der Aargauer einige Gläser zu viel zur Brust. Fest steht, dass er in den frühen Morgenstunden mindestens 2,32 Promille Alkohol im Blut hatte. Trotz dem starken Rausch startete er um vier Uhr seinen Wagen und machte sich auf den Heimweg.

Wahnsinnsfahrt auf blanker Radfelge

Schon nach kurzer Zeit kam der Handwerker in Zürich Seebach auf die glorreiche Idee, während der Fahrt eine Flasche Cola zu öffnen. Mit der Folge, dass er die Herrschaft über das Lenkrad verlor und mit einem Randstein kollidierte. Trotz dem völlig zerstörten linken Reifen setzte er die Fahrt fort. Auch auf der Nordring-Autobahn, wo er auf der blanken Radfelge mehr als 25 Kilometer weit über den Asphalt schlingerte.

Kurz vor Urdorf kam es noch schlimmer: Der übermüdete Blaufahrer nickte plötzlich ein und krachte in der Röhre mit voller Wucht in eine Leitplanke hinein. Obwohl das Fahrzeug nun massiv beschädigt war, lenkte der Fahrer den Wagen unbeirrt in Richtung Muri weiter. Er war bereits in Oberlunkhofen, als eine Aargauer Polizeipatrouille das Unfallfahrzeug entdeckte.

Lenker kann sich an nichts erinnern

Am Prozess vor dem Bezirksgericht Dietikon konnte sich der Blaufahrer an nichts mehr erinnern. Er rang sich trotz dem Filmriss zu einem Geständnis durch. Das Gericht verurteilte ihn wegen mehrfacher grober Verkehrsdelikte, Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Vereitelung sowie pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall zu einer unbedingten Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 200 Franken Busse. Aufgrund einer einschlägigen Vorstrafe kam für das Gericht ein bedingter Vollzug nicht mehr infrage.

Fahrverbot-Entscheid noch offen

Der Staatsanwalt hatte zudem für den Angeklagten ein Fahrverbot für die Dauer von vier Jahren gefordert, was das Gericht aber ablehnte. Denn darüber sollen die Aargauer Administrativbehörden entscheiden. Neben der Geldstrafe und Busse von insgesamt 4400 Franken soll der rückfällige Blaufahrer zusätzlich die Gerichtsgebühr von rund 1500 Franken tragen.

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