Bea Asper

Mit einem statistischen System mahnt der Bund seine Mitarbeiter zum umweltbewussten Umgang mit Ressourcen und verfolgt den jeweiligen Verbrauch. Eingeführt wurde dies vor zehn Jahren. In den Jahren 2001 und 2002 forderten Politiker Ruedi Brassel (SP) und Esther Maag (Grüne) die Baselbieter Regierung zum Nachahmen auf. Verlangt wurde die «Einführung eines Öko-Effizienz-Profils, respektive eines Umweltmanagementsystems in der kantonalen Verwaltung.» Jetzt - Jahre später - will die Regierung ihr Anliegen umsetzen.

Brassel und Maag verlangten, dass ausgewählte, ökologisch relevante Stoff- und Energieflüsse erfasst werden, wie der pro Kopf-Verbrauch von Energie, Wasser, Papier, die Abfallmenge und weitere ressourcenrelevante Daten. Die Erstellung einer betrieblichen Öko-Bilanz führe zu einer Sensibilisierung für den bewussten Umgang mit Ressourcen. «Sie dient auch dazu, Schwachstellen zu orten, den Ressourceneinsatz zu optimieren und somit auch Kosten zu sparen», argumentierte Ruedi Brassel damals.

Und Maag hob hervor: «Bundesrat Moritz Leuenberger hat mit verschiedenen Schulen eine CO2-Wette abgeschlossen. Gewonnen hat die Wette eine Schule aus unserem Kanton. Es gelang den SchülerInnen Massnahmen aufzuzeigen, um den CO2-Ausstoss ihrer Schule um 7 Prozent zu senken. Die Energiewette gilt aber nicht nur für Schüler, sie gilt auch für alle Betriebe, damit also auch für die kantonale Verwaltung als einem der grössten Betriebe in unserem Kanton.»

Maag räumte ein: «Die kantonale Verwaltung war bis anhin nicht untätig: In verschiedenen Anläufen wurde versucht, den Betrieb ökologisch zu optimieren. Die bisherigen Massnahmen waren bezüglich Anwendungsbereich und Dauer allerdings meist mehr oder weniger punktuell. Ausserdem fehlt es an einem umfassenden systematischen Controlling, das heisst einer regelmässigen Überprüfung, Evaluation und anschliessenden Optimierung der Massnahmen, so dass leider immer wieder gute Ansätze im Sand verlaufen.» Deswegen brauche es ein System, das in der Verwaltung einen festen Platz erhält, meinte Maag.

Über sieben Jahre später verweist der Regierungsrat nun auf seine Strategie «einer nachhaltigen Entwicklung Basel-Landschaft». Mit Ablauf der Legislaturperiode 2003 bis 2007 und nach Vorliegen der erneuerten Strategie des Bundesrates sei die erste Strategie aus dem Jahr 2003 überprüft und entsprechend angepasst worden. Im Regierungsprogramm 2008-2011 sei die Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes zum Umweltmanagement in der Verwaltung und nachhaltige öffentliche Beschaffung enthalten.

Als Grundlage dienen: «CO2--Emissionen, Stromverbrauch, Wärmeverbrauch, Wasserverbrauch, Abfall Verbrennung, Abfall Recycling und Papierverbrauch.» Die Erhebung der Kennzahlen soll jeweils Mitte des Jahres pro Liegenschaft durch das Hochbauamt erfolgen. Der Kennzahlen-Bericht wird vom AUE ausgewertet.

Dann werden Optimierungsvorschläge gemacht. Sie gliedern sich nach Investitionsmassnahmen und arbeitsprozessbezogenen Massnahmen wie Sensibilisierungs- und Informationskampagnen. Die Einführung eines Umweltmanagementsystems für die kantonale Verwaltung werde mit der Erhebung und Auswertung der Kennzahlen rund 20 000 Franken im Jahr kosten, schreibt die Regierung.

«Lieber spät als nie», sagt Philipp Schoch (Grüne), Präsident der Umweltschutz- und Energiekommission des Kantons Baselland. Er freut sich natürlich über die positive Antwort aus dem Regierungsgebäude. Für ihn zeigt das Beispiel aber auch, «dass man sich schon fragen muss, ob die Regierung das Parlament ernst nimmt». Die Liste mit hängigen Geschäften sei lang, «einige stammen noch aus dem letzten Jahrhundert.» Allerdings, so weiss er, würden nicht nur Umwelt-Anliegen unter gehen. «Gewichtet wird nach politischer Brisanz.»