Aarburg
Umstrittene Aarburger Krippe: Vorerst keine Schliessung

Am Mittwoch wurde bekannt, dass eine Kinderkrippe in Aarburg mit mehr als nur fragwürdigen Erziehungsmethoden von sich reden machte. Eine ehemalige Mitarbeiterin warf der Kindertagesstätte vor, sie würde die Kinder züchtigen und mangelhaft ernähren. Sie besteht auf ihren Äusserungen.

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Kinderkrippe

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Keystone

Claudia Landolt

Die Krippe «Chinderhuus» erhielt ihre Bewilligung bereits vor mehr als zwölf Jahren. Mittlerweile beherbergt sie tagsüber bis zu 63 Kinder. Erst seit einem Jahr verfügt sie über genügend Platz. Eine ehemalige Mitarbeiterin klagte über zu wenig Platz und mangelhafte Betreuungsstrukturen. Die Leitung wehrte dies vehement ab. Unabhängig davon erhielt die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde Aarburg im Februar dieses Jahres Reklamationen und Hinweise auf «chaotische Zustände», wie es heisst. Die Gemeinde ist zuständig sowohl für die Erteilung der Bewilligung und die vorgeschriebenen Überprüfungen.

Laut stv. Gemeindeschreiber Urs Wicki habe man eine externe Fachstelle mit einer Untersuchung betreut. «Am Montag haben wir den Bericht erhalten, und waren gerade daran, diesen auszuwerten, als der Artikel zu den Züchtigungen erschienen ist», erklärt Urs Wicki a-z.ch. Er habe eine sofortige Krisensitzung mit den Sozialen Diensten anberaumt.

Vorwürfe unbestätigt, Mängel in der Organisation

Der Bericht der Fachstelle Kinder und Familie bestätige in keiner Art und Weise die im «Tages-Anzeiger öffentlich gemachten Vorwürfe der Züchtigung und Vernachlässigung. Auch die «regelmässigen Überprüfungen» durch die Gemeinde hätten niemals Hinweise auf Misshandlungen oder ähnliches» ergeben, sagt Wicki. Hingegen seien Mängel in der Organisationsstruktur und hinsichtlich des Betriebes festgestellt, so Wicki weiter. «Es braucht ganz klar Verbesserungen in der Planung, Organisation, Personal und Finanzen», sagt Wicki. Man wolle nun mit der Leiterin der Krippe, Ruth König, gemeinsam ein neues Betriebskonzept erarbeiten.

Schliessung vorerst nicht in Sicht

Von einer Schliessung ist (vorerst) nicht die Rede; sollte sich aber mit König keine befriedigende Lösung finden, müsse man entsprechende Konsequenzen ziehen.

Die Fachstelle für Kind und Familie, die die Untersuchung geleitet hat, macht auch geltend, dass mit der angebotenen Preisstruktur unmöglich qualifiziertes Personal und eine entsprechende Betreuung garantiert werden könne. Tatsächlich ist die Krippe «Chinderhuus» unschlagbar günstig: Eine Tagesbetreuung kostet 25 Franken. Teilweise werden die Kinder morgens bereits um 6 Uhr abgegeben, wenn die Schichtarbeit der Eltern beginnt. Urs Wicki dazu: «Wenn man einen Mercedes will, muss man auch mehr Geld in die Hand nehmen.»

Die ehemalige Mitarbeiterin, die schwerwiegenden Vorwürfe äusserte, besteht hingegen auf ihrer Version.

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